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Robotik in der Medizin: Deutschland hinkt hinterher

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Beim Einsatz von Robotik in der Medizin ist nach Ansicht von Professor Thomas Schildhauer, Ärztlicher Direktor des berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bochum, in den kommenden Jahren ein exponentielles Wachstum zu erwarten, mit Steigerungsraten von 20 Prozent pro Jahr. Zum Auftakt des MedTech-Summits in Nürnberg am Mittwochvormittag sagte Schildhauer: „Die Frage ist nur, warum das immer amerikanische Firmen sind.“ Auch europäische Unternehmen und Krankenhäuser hätten das Potenzial, auf diesem Feld führend zu werden, sie müssten aber stärker zusammenarbeiten. Das Problem sei in Deutschland unter anderem aber auch die restriktive Haltung der gesetzlichen Krankenkassen bei der Finanzierung von innovativen Methoden. „Wir brauchen Unterstützung, vor allem aus der Politik“, sagte der Medizin-Professor.

Derzeit liefen am Universitätsklinikum Bochum erste Studien für den Einsatz von Robotik bei querschnittsgelähmten Patienten. In der Geriatrie oder in der Pflege gebe es viele Möglichkeiten. Schildhauer verwies auf „Exoskelette“, mit denen sich beispielsweise Schlaganfall-Patienten therapieren ließen. Auch die kabellose Überwachung von Patienten auf Intensivstationen oder im Rettungsdienst sei heute dank neuer Techniken etwa in der Sensorik möglich. „Die Technologien bestehen, kommen aber nicht in die Kliniken“, beklagte Schildhauer.

Als weiteren Trend nannte Schildhauer den 3D- Druck und 3D-Darstellung. Vor chirurgischen Operationen sei es heute bereits möglich, chirurgische Eingriffe zu planen und die OP-Strategie somit zu bestimmen. So könnten beispielsweise individuelle Schnittschablonen hergestellt werden. Implantate könnten heute passgenau per 3D-Druck erzeugt werden. 

Das Forum MedTech Pharma - nach eigenen Angaben das größte Netzwerk der Medizintechnik-Branche in Deutschland - warnte in einer Stellungnahme aber auch vor hohen Regulierungshürden auf EU-Ebene beim Marktzugang neuer Produkte infolge der Medical Device Regulation (MDR). Unter anderem warnen die Experten vor einem „Innovationsstau“ infolge von Ressourcenengpässen, bei den für die Zulassung benannten Stellen. 




Autor

Dr. Stephan Balling

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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