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„Tropfen auf den heißen Stein“

Chirurgen und Pflegevertreter kritisieren Pflegevorhaben

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Vertreter aus der Chirurgie und der Pflege haben die bisherigen Vorhaben der Bundesregierung zur Bekämpfung des Pflegepersonalmangels kritisiert. Die im Koalitionsvertrag angekündigten 8.000 neuen Pflegestellen seien „in Anbetracht der 50.000 fehlenden Stellen ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), Jörg Fuchs, heute beim DGCH-Kongress in Berlin. Er kritisierte zudem die Idee von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), verstärkt Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben. Von den angeworbenen Fachkräften blieben letztlich nur 15 bis 20 Prozent im Lande, so Fuchs. Zudem dauere es mehrere Jahre, bis Fachkräfte sprachlich und fachlich integriert sein, ergänzte der kommende DGCH-Präsident Matthias Anthuber. Deshalb benötige man einen „schnell wirksamen Masterplan“ für die Pflege, so Anthuber.

Beide Chirurgen berichteten, dass mittlerweile häufig planbare Operationen wegen fehlender Fachkräfte verschoben werden müssten. „Das ist heute ,daily business´“, so Fuchs. Vor diesem Hintergrund haben die DGCH und der Deutsche Pflegerat (DPR) in der vergangenen Woche ein steuerfinanziertes Sofortprogramm für 50.000 neue Planstellen in der Pflege gefordert. Zudem dringen sie in der Stellungnahme unter anderem auf eine höhere Vergütung. Wichtig sei in diesem Zusammenhang, insbesondere attraktivere Ausbildungsangebote zu schaffen, so DPR-Präsidiumsmitglied Andrea Lemke. So müsse beispielsweise geklärt werden, wie die Ausbildung unbürokratisch finanziert werden könne, sagte Lemke.

Kritisch sehen die Vertreter aus der Chirurgie und Pflege auch die derzeitigen Überlegungen zu Personaluntergrenzen in der Pflege. Personaluntergrenzen würden benötigt, um die pflegerische Versorgung sicherzustellen, so Lemke. Wenn sie jedoch zum jetzigen Zeitpunkt eingeführt würden, bedeute dies, dass in „größerem Umfang als bisher Abteilungen schließen würden.“ Auch Jörg Fuchs sieht Änderungsbedarf. Es würden derzeit Strukturen gefordert, die nicht zum verfügbaren Personal passten. Stattdessen müssten deshalb alle Akteure – insbesondere auch aus der Praxis – an einen Tisch geholt werden, um zu klären, wie „realistische“ Personaluntergrenzen aussehen könnten.

Autor

 Hendrik Bensch

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