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Nachlese Conhit 2018

Roboter Pepper soll erwachsen werden

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Der heimliche Star der Conhit 2018 hört auf den Namen Pepper, ist 1,20 Meter groß und 28 Kilogramm leicht. Der smarte Pflegeroboter war vergangene Woche nicht nur der beliebteste Selfie-Partner in den Messehallen der Hauptstadt, sondern arbeitet bereits seit einem Jahr, im Rahmen eines Forschungsprojekts, im Altenheim und auf einer gynäkologischen Station. Eingesetzt wird er für kognitive Spiele und Bewegungstherapie, erklärt der Doktorand der Uni Siegen Felix Carros. Und tatsächlich hätten die Conhit-Macher für ihr diesjähriges Motto „Transforming Healthcare“ kaum einen besseren Stargast finden können als den freundlichen Roboter. 

Im elften Jahr in Folge kamen rund 10.000 Entscheider aus Management, IT, Medizin, Pflege, sowie Ärzte und Politiker zusammen, um sich über die neuesten Trends der IT-Welt im Gesundheitswesen zu informieren. Bei 577 Fachausstellern, Kongress, Akademie und Networking-Events wurde viel diskutiert, wie die Digitalisierung in der deutschen Gesundheitswelt vorangetrieben werden kann. Die wichtigste Frage, die sich durch die Hallen Europas größter Fachmesse für Medizin-IT zog: Welche Rolle werden Big Data, Deep Learning und Künstliche Intelligenz zukünftig im Gesundheitsbereich spielen? 

Erste Versuche einer Antwort gab es bei der Pressekonferenz. Auf Nachfrage der Redaktion zum Thema KI entgegnete Andreas Kassner, stellvertretender Vorstand des Veranstalters BVITG (Bundesverband Gesundheits-IT), dass künstliche Intelligenz eine immer bedeutendere Rolle spiele. „Das zeigt sich auch in vielen Abschlussarbeiten von Studenten, die sich dem spannenden Thema widmen. Wir müssen noch viel darüber diskutieren und uns ethischen Fragen dazu stellen, ich bin aber der Auffassung, dass KI-Systeme im Bereich der Pflege und Diagnostik sowohl Arzt als auch Pflege unterstützen werden.“ Realisiert werden können die KI allerdings nur gemeinsam mit der Interoperabilität, so Kassner. 

Dass es mitunter auch an Grundlegendem mangelt, zeigen die bisherigen Erfahrungen mit Pepper: In Krankenhäusern mit wackeligem Wlan ist ein Einsatz der KI bei Pflegerobotern bislang kaum möglich. Von einer echten KI ist der Roboter ebenfalls noch weit entfernt. Bislang arbeiten Peppers Sprache und Bewegung über vorinstallierte Apps, reagieren kann er auf ‚Wenn-dann‘ Befehle. Theoretisch, so die Studenten der Studie „Anwendungsnahe Robotik in der Altenpflege (ARIA)“ sei es aber möglich ihn so zu programmieren, dass er bei ununterbrochener WLAN-Verbindung irgendwann KI einsetzen könne.

Das Thema KI fand sich auch in mehreren Pitches beim Startup-Cafe wieder, dass jungen Unternehmen eine Plattform für ihre Ideen bieten sollte. Vor allem im Bereich der Diagnose wurden Anwendungen präsentiert:, die etwa als intelligente Chat Bots und Symptomchecker eingesetzt werden können.

Der neue Gesundheitsminister Jens Spahn versprach bei der Eröffnungsveranstaltung indes eine intensive Bestandsaufnahme, die er gemeinsam mit dem neuen Digitalisierungs-Abteilungsleiter Gottfried Ludewig vornehmen wolle. Ziel sei es, bis zur Sommerpause zu entscheiden, in welchen Bereichen und wie umfangreich politische Weichenstellungen nötig seien. Ginge es nach Spahn, sollten telemedizinische und internetmedizinische Anwendungen stärker genutzt werden, um die Versorgung nicht zuletzt im ländlichen Raum zu verbessern. „Mein Eindruck ist, dass auch immer mehr Ärzte bereit sind, zu schauen, welche Möglichkeiten sich hier anbieten.“ Der Gesundheitsminister ließ auch das im Mittelpunkt der Messe stehende Thema KI nicht außen vor. Behandlungsverläufe sollten in großem Maßstab unter Einsatz von künstlicher Intelligenz analysiert werden. Dort stecke noch sehr viel Potential.

 

 

Autor

 Philipp Schwehm

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