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Kinderärzte und Kassen setzen auf Telemedizin

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Die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung kommt in Fahrt, wenn auch langsam und in kleinen Schritten. Jüngstes Beispiel: Im April haben zwölf mittelständische Krankenkassen das vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) entwickelte und seinem Tochterunternehmen BVKJ-Service GmbH (BVKJ-S) betriebene Telemedizin-Angebot PädExpert in ihre freiwilligen Vorsorgeprogramme integriert. Die Grundlage dafür schafft ein Vertrag des von Krankenkassen gegründeten Dienstleistungsunternehmens GWQ ServicePlus AG mit der BVKJ-S, die als nächsten Schritt Online-Sprechstunden beim Pädiater möglich machen möchte. Die meisten gesetzlichen Versicherten müssten PädExpert allerdings als noch kostenpflichtige Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) buchen.

Bislang haben telemedizinische Angebote in Deutschland Seltenheitswert. Gebremst wurden sie bis zum 121. Ärztetag vom Fernbehandlungsverbot, dessen Lockerungen die organisierte Ärzteschaft erst jetzt mit großer Mehrheit beschlossen hat. Bislang waren es vor allem engagierte Arztgruppen und innovationsbereite Krankenkassen, die erste Schritte in Richtung Telemedizin gewagt haben. Zum Beispiel durch das telemedizinische Netzwerk PädExpert, mit dem eine für die Familien zeitsparende und wohnortnahe Spezialversorgung sichergestellt werden soll.

Angelegt als Telekonsil verbindet es Allgemeinpädiater mit spezialisierten Kinder- und Jugendärzten aus vielen Fachgebieten sowie zusätzlich mit pädiatrischen Dermatologen sowie Kinder- und Jugendpsychiatern und -psychotherapeuten. Das buchstäbliche Einschalten zum Beispiel von Kinderkardiologen, Kinderendokrinologen oder Kinderpneumologen verhilft Eltern und kleinen Patienten vor allem bei unklaren Krankheitsbildern schneller zu einer sicheren Diagnose. Denn diese Spezialisten sind so dünn gesät, dass eine Konsultation nicht nur im ländlichen Raum mit langen Wartzeiten und -anfahrtswegen verbunden ist. So gibt es laut Bundesärztekammer knapp 5.800 niedergelassene Kinder- und Jugendärzte, aber selbst die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie als ältestes Teilgebiet der Kinderheilkunde hat gerade 800 Mitglieder. Die sind, weil sie in der Regel auch allgemeinpädriatisch arbeiten, entsprechend ausgelastet.

Das Prinzip des Telekonsils ist einfach: Wird ein Kinder- und Jugendarzt mit einem unklaren Krankheitsbild oder komplexen therapeutischen Möglichkeiten bei chronischen Erkrankungen konfrontiert, sucht er auf der PädExpert-Plattform nach fachlicher Unterstützung: Er gibt bereits vorliegende Untersuchungsergebnisse und Befunde in standardisierte, von den Spezialisten leitliniengerecht konzipierte Fragebögen ein, woraufhin ihm die entsprechend qualifizierten und aktuell verfügbaren Spezialpädiater angezeigt werden. Schon im Pilotversuch wurde die Zeit bis zur Diagnosestellung von bisher 24,5 auf 8,5 Tage verkürzt – auf ein Drittel der Wartezeit in der Regelversorgung. Außerdem wurde ein physischer Besuch beim Spezialisten durch klare Diagnosestellung in zwei von drei Fällen überflüssig.

Trotz solcher Ergebnisse ist eine Integration in die Regelversorgung noch nicht in Sicht. Neben den „GWQ-Kassen“ haben bisher lediglich eine regionale und eine Ersatzkasse PädExpert als kostenloses Extra im Programm. Die GWQ prüft derweil schon die Einführung von Telesprechstunden bei Kinder- und Jugendärzten, allein wegen des Bedarfs der Versicherten, der E-Health Lösungen wie Telemedizin zu einem Wettbewerbsvorteil für die Kassen macht. Denn trotz der Beschlüsse des Ärztetages ist es bis zu telemediznischen Angeboten auf breiter Basis noch ein langer Weg, schon wegen der anstehenden Diskussionen um Verfahrensregeln und Qualitätsmaßstäbe. Für PädExpert  hat die BVKJ-S diese Punkte längst im Sinne von Kassen, Ärzten und Versicherten geklärt, so dass die GWQ-Kassen und ihre Versicherten von dieser telemedizinische Ergänzung der Regelversorgung profitieren können. 

Ansprechpartner bei der GWQ ServicePlus AG:

Bettina Middendorf-Piniek 
Hauptbereichsleiterin Administration & Service
Telefon: 02 11 75 84 98 23
E-Mail: bettina.middendorf-piniek@gwq-serviceplus.de

Autor

 Anita Guth

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