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MDK-Statistik

Zahl der Behandlungsfehler rückläufig

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Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Behandlungsfehler-Gutachten des Medizinischen Dienstes (MDK) das erste Mal seit mehreren Jahren zurückgegangen. 2017 erstellten Mitarbeiter des MDK 13.519 Gutachten für Patienten, die einen Verdacht auf einen Behandlungsfehler hatten, gab der MDK heute in Berlin bekannt. Ein Jahr zuvor waren es noch rund 1.500 Gutachten mehr gewesen. Auch die Zahl der Fehler, durch die ein Patient zu Schaden kam, war rückläufig. 2017 waren es 2.690 – ein Jahr zuvor waren es noch 258 Fälle mehr.

Damit zeigt sich eine ähnliche Entwicklung wie bei den Zahlen, die die Bundesärztekammer zu Behandlungsfehlern erfasst. Auch hier sind die Zahlen im vergangenen Jahr rückläufig gewesen. Wie auch bereits in früheren Jahren bezogen sich die meisten Vorwürfe von Patienten auf die Orthopädie und Unfallchirurgie. Hierauf entfielen fast ein Drittel der Fälle. 13 Prozent betrafen die Innere Medizin und Allgemeinmedizin, 9 Prozent die Allgemeinchirurgie. Am häufigsten bestätigte der MDK Behandlungsfehler in der Pflege (49,8 Prozent), der Zahnmedizin (35,2 Prozent) und der Frauenheilkunde (27 Prozent).

Über die Ursachen für den Rückgang der Gutachten ließe sich nur spekulieren, sagte Stefan Gronemeyer, stellvertretender Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS). Möglicherweise habe die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema nachgelassen. Es könne aber auch sein, dass Betroffene mögliche Ansprüche nicht verfolgen, weil sie davon ausgehen, ein Verfahren nicht zu gewinnen. Die frühere Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Ingrid Fischbach (CDU), hatte im Frühjahr diesen Verdacht geäußert.

Bei der heutigen Vorstellung der Begutachtungsstatistik erneuerte Gronemeyer seine Forderung nach einer Meldepflicht für fehlerbedingte Schäden. Insbesondere bei Fehlern, die nie passieren dürften – den sogenannten Never Events – wäre eine Meldepflicht sinnvoll, so Gronemeyer. Laut Koalitionsvertrag steht das Thema jedoch derzeit nicht auf der Agenda.

Autor

 Hendrik Bensch

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