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Bauchspeicheldrüsen-Operationen

Klinikum Oldenburg: Keine „außergewöhnliche“ Mortalität

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Nach einem Medienbericht über eine angeblich außergewöhnlich hohe Sterberate bei Bauchspeicheldrüsen-Operationen am Klinikum Oldenburg hat sich das Klinikum nun zu den Vorwürfen geäußert. Sowohl in der Vergangenheit als auch momentan gebe es zwar eine erhöhte Mortalität bei den Bauchspeicheldrüsen-Operationen, räumte das Klinikum in einer Stellungnahme ein. Es handele es sich jedoch nicht um eine „außergewöhnliche“ Mortalität. Die Mortalität an den Zentren, die von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert sind, habe 2016 zwischen 0 und 22 gelegen. Am Klinikum Oldenburg habe der Wert im Jahr 2016  15,2 Prozent betragen. Im ersten Quartal 2017 waren es 37,5 Prozent, zwischen dem zweiten Quartal 2017 und dem ersten Quartal 2018 sank der Wert wiederum auf 15,2 Prozent.

Die Ergebnisse zeigten, dass die überwiegende Anzahl der zertifizierten Zentren eine geringere Sterblichkeit habe, heißt es in der Stellungnahme des Oldenburger Klinikums. Jedoch seien die Daten nicht risikoadjustiert – das individuelle Risiko des Patienten beispielsweise aufgrund von Nebenerkrankungen werde somit nicht berücksichtigt.

Das Klinikum arbeitet derzeit daran, die Qualität zu verbessern. So gebe es seit Juli 2017 in der betreffenden Klinik wöchentlich Treffen, bei denen gegebenenfalls Komplikationen oder Todesfälle besprochen werden. Zudem untersuchten derzeit externe Spezialisten alle Todesfälle nach Bauchspeicheldrüsen‐Operationen. Sie sollen mithilfe dieser Informationen Verbesserungen aufzeigen. Zudem sei ein ärztliches Peer-Review-Verfahren geplant. Auf diese Weise soll der gesamte klinischen Ablauf der Pankreas‐Chirurgie mit einem externen Experten analysiert und verbessert werden. Hierzu werde das Klinikum Kontakt mit der entsprechenden Fachgesellschaft aufnehmen.

In ihrer Stellungnahme ging das Klinikum auch darauf ein, dass die Zertifikate der Deutschen Krebsgesellschaft für das Bauchspeicheldrüsen- und das Darmkrebszentrum ausgesetzt wurden. Die Meldung der benannten Operateure der beiden Zentren an die Krebsgesellschaft scheine in den vergangenen Jahren „nicht mit der notwendigen Stringenz“ vorgenommen worden zu sein, so das Klinikum. Deswegen werde derzeit die Kommunikation mit der Krebsgesellschaft überprüft. „Das Klinikum Oldenburg hatte in der Vergangenheit und heute kein Interesse an Zertifikaten, die auf falschen, unvollständigen oder missverständlichen Angaben basieren“, heißt es in der Stellungnahme.

Autor

 Hendrik Bensch

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