250
Passwort vergessen

Krankenhaus Rating Report

Klinikfinanzen: Positiver Rückblick, düstere Prognose

  • News des Tages

Die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser hat sich 2016 leicht verbessert. In den kommenden Jahren wird sich die Situation aber bedeutend verschlechtern, wenn nicht gegengesteuert wird. Das geht aus dem Krankenhaus Rating Report 2018 hervor, der heute in Berlin beim Hauptstadtkongress vorgestellt wurde. Demnach verzeichneten 13 Prozent der insgesamt 860 untersuchten Krankenhäuser auf Konzernebene im Jahr 2016 einen Verlust. Das durchschnittliche Jahresergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 2,8 Prozent der Erlöse – der beste Wert in den vergangenen zehn Jahren. Auch mit Blick auf eine mögliche Insolvenzgefahr verbesserte sich die Lage: Bei 84 Prozent der Häuser war die Insolvenzgefahr äußerst gering. 2015 waren es lediglich 79 Prozent.

Regional gesehen war die wirtschaftliche Lage in den ostdeutschen Bundesländern auch im Jahr 2016 wieder am besten. Am schwierigsten war sie hingegen in Niedersachsen/Bremen, Bayern, Hessen und Baden-Württemberg. „Die Krankenhausstrukturen sind nach wie vor in einigen Regionen ungünstig, es gibt eine hohe Standortdichte, viele kleine Einheiten und eine geringe Spezialisierung“, so Sebastian Krolop, Gesundheitsexperte von Deloitte. Er stellte die Studie zusammen mit Boris Augurzky, Leiter des Gesundheitsbereichs am RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, vor. Die Zahl der Kliniken ist demnach im Jahr 2016 in etwa gleich geblieben. Die durchschnittliche Verweildauer sank auf unter 7,3 Tage, die Fallzahl stieg um 1,5 Prozent.

Während sich die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser 2016 besserte, sehen die Experten die künftige Entwicklung kritisch. Für 2017 rechnen sie wegen des Fixkostendegressionsabschlags mit einem schlechteren Abschneiden der Kliniken. Nach einer kurzen Besserung im Jahr 2018 werde dann die Zahl der Klinik mit einem positiven Jahresergebnis kontinuierlich zurückgehen, prognostizieren Augurzky und Krolop. Ihren Berechnungen zufolge wird im Jahr 2025 mehr als die Hälfte der Kliniken Verluste schreiben.

Hauptgrund für die schlechte wirtschaftliche Entwicklung in Zukunft sind die Auswirkungen des demografischen Wandels. Sie werden laut Krankenhaus Rating Report zudem dazu führen, dass im Jahr 2025 zusätzlich 80.000 Ärzte, Pflegekräfte und medizinisch-technische Fachkräfte im Krankenhaus benötigt werden, wenn die Patienten genauso versorgt werden sollen wie heute. In der Altenpflege würden weitere 80.000 Pflegefachkräfte benötigt, so die Prognose.

Die Probleme in der Pflege sollten nach Ansicht der Gesundheitsexperten nicht durch mehr Regulierung, wie etwa durch Personaluntergrenzen, gelöst werden. Stattdessen raten sie dazu, unter anderem die Pflegequalität der Krankenhäuser für die Patienten transparent zu machen und damit die Bedeutung der Pflege im Krankenhaus aufzuwerten. Zudem sollten Ärzte und Pflegekräfte künftig stärker durch technische Innovationen entlastet werden – etwa durch eine stärkere Digitalisierung, künstliche Intelligenz oder beispielsweise Telemedizin. Der derzeitige Digitalisierungsgrad sei jedoch „noch äußerst bescheiden“, so Augurzky.

Autor

 Hendrik Bensch

Zur Übersicht

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Unsere Zeitschriften

f&w

Pflege und Krankenhausrecht

Empfehlung der Redaktion

Patientenservice soll im Krankenhaus das auffangen, wofür Pflege und Ärzte oft keine Zeit haben. Die Pflegedirektorin der Uniklinik Köln, Vera Lux, begründet, warum diese Angebote so wichtig sind.

Meinung: Orientierungswert

Orientierungswert von Heinz Lohmann

Viel hilft nicht viel

  • Orientierungswerte

Orientierungswert von Wulf-Dietrich Leber

Freibier für die Pflege

  • Orientierungswerte

Orientierungswert von Andreas Beivers

Klartext statt Management by Ping-Pong

  • News des Tages

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich