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Prämien und Lohnausgleich

Westerfellhaus konkretisiert Pflegepläne

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Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat Details dazu vorgestellt, wie er die Zahl an Pflegekräften steigern möchte. Sein 5-Punkte-Plan sieht unter anderem Prämien für Berufsrückkehrer sowie Teilzeit-Aufstocker vor. Seine Vorschläge sollen das Sofortprogramm Pflege von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ergänzen und die Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten in der Pflege „tatsächlich spürbar“ verbessern, so Westerfellhaus.

Konkret sieht sein 5-Punkte-Plan vor, dass Berufsrückkehrer 5.000 Euro erhalten sollen. Teilzeitkräfte, die ihre Arbeitszeit um mindestens 20 Prozent der Vollzeitarbeitszeit aufstocken, sollen 3.000 Euro bekommen. Weitere Prämien sind für Ausbildungsabsolventen sowie für Betreiber von Pflegeeinrichtungen vorgesehen, die neue beziehungsweise weitere Kräfte einstellen. Westerfellhaus‘ Prämien-Vorschlag war kürzlich unter anderem dafür kritisiert worden, dass er lediglich Einmaleffekte bewirken könne und somit nicht langfristig wirke.

Der Pflegebeauftrage will zudem Vollzeitkräften die Möglichkeit geben, im Rahmen eines „Flächenmodells“ ihre Arbeitszeit auf 80 Prozent zu reduzieren und weiterhin 100 Prozent Lohn zu erhalten. Alternativ können Vollzeitkräfte auch einen „Treuebonus“ zusätzlich zum Gehalt bekommen. Wer bislang hingegen in Teilzeit gearbeitet hat, kann seine Arbeitszeit auf 80 Prozent aufstocken und erhält dafür volles Gehalt. Positive Erfahrungen mit diesem Modell habe es bereits in Schweden gegeben, so Westerfellhaus. „Pflegekräfte fühlten sich deutlich weniger belastet, vitaler und motivierter und wurden seltener krank“, schreibt er in seinem Arbeitspapier.

Der 5-Punkte-Plan von Westerfellhaus sieht zudem vor, Pflegekräften mehr heilkundliche Aufgaben zu übertragen. Als Aufgaben kämen beispielsweise Tätigkeiten im Bereich der Versorgung chronischer Wunden, spezifischer Infusionstherapien und der Versorgung von Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 infrage. „Die mit diesen Aufgaben verbundene höhere Verantwortung wird dem modernen Pflegeberuf gerecht und stärkt seine Attraktivität und Autonomie“, so Westerfellhaus. Darüber hinaus sollen Kostenträger und Einrichtungen in der Altenpflege die Möglichkeit erhalten, in den Vergütungsverhandlungen Zuschläge für die Einführung „innovativer Konzepte für attraktive Arbeitsbedingungen“ zu vereinbaren. Dadurch sollen beispielsweise mitarbeiterorientierte Arbeitszeitmodelle, gefördert werden. Außerdem schlägt Westerfellhaus vor, den Kostenanteil von Pflegeeinrichtungen an neuen Ausbildungen, die von der Assistenz bis zum Master gehen, zu fördern.

Autor

 Hendrik Bensch

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