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Sektorenübergreifende Vergütung

Gutachten: Vergütungsunterschiede zwischen ambulant und stationär

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Stationäre Behandlungen werden mitunter um ein Vielfaches höher vergütet als ambulante Behandlungen. Das hat das IGES-Institut in einem Gutachten im Auftrag des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) ermittelt. Laut IGES-Berechnungen kostete beispielsweise eine Diabetes-Behandlung im Krankenhaus am ersten Tag 520 Euro mehr als eine ambulante Behandlung. Werden Diabetes-Patienten einen weiteren Tag im Krankenhaus behandelt, schlägt das laut Gutachten mit 2.299 Euro zu Buche und übertrifft damit die ambulante Behandlung um das 16,6-fache.

IGES-Geschäftsführer Martin Albrecht wies heute bei der Vorstellung der Zahlen in Berlin darauf hin, dass es sich lediglich um Fallbeispiele handele. Diese seien nicht repräsentativ. Einsparmöglichkeiten für das gesamte System ließen sich daraus nicht ableiten. Zudem hätte nicht jeder der einzelnen stationären Fälle, die in der Untersuchung betrachtet wurden, auch ambulant umgesetzt werden können. Ebenso spielten unterschiedliche Vorhaltekosten eine Rolle. Mit der Untersuchung wolle das Institut jedoch für die Kostenunterschiede zwischen den beiden Sektoren sensibilisieren.

So zeigten sich beispielsweise auch bei der Behandlung von nicht schweren kardialen Arrhythmien bedeutende Unterschiede. So werde die ambulante Behandlung mit 289 Euro vergütet. Der erste Behandlungstag im Krankenhaus koste hingegen 646 Euro. Auch bei Schlafapnoe und gastroenterologischen Erkrankungen ist die stationäre Behandlung teurer.

Hintergrund für das Gutachten des Zi ist das Vorhaben der Großen Koalition, eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur sektoren­übergreifenden Versorgung einzurichten. Dabei soll auch die Vergütung Thema sein. Das Gutachten soll nun Argumente für die Beratungen liefern, die die Sicht der Kassenärzte stärkt. Zi-Geschäftsführer Dominik von Stillfried sprach sich dementsprechend für eine ortsunabhängige Gebührenordnung für alle ambulant durchführbaren Leistungen aus. „Diese sollten nach gleichen Kriterien vergütet werden, unabhängig davon, ob die Behandlung in der Arztpraxis oder im Krankenhaus erfolgt“, so von Stillfried.

Autor

 Hendrik Bensch

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