250
Passwort vergessen

Klinikreformen

Wissenschaftlicher Beirat empfiehlt mehr Selektivverträge

  • News des Tages

Der wissenschaftliche Beirat beim Bundesfinanzministerium hat umfassende Klinikreformen angemahnt. Die Wissenschaftler schlagen vor, den gesetzlichen Krankenversicherungen das Recht einzuräumen, ihren Versicherten Tarife mit speziell gestaltetem Versorgungsmanagement anzubieten. Im Rahmen von Selektivverträgen solle es der einzelnen Krankenversicherung erlaubt sein, mit ausgewählten Krankenhäusern Verträge für planbare Operationen abzuschließen, die für all jene Versicherungsnehmer bindend sind, die sich in dem Wahltarif eingeschrieben haben. Gesundheitsleistungen, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zu Pflichtleistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung erklärt wurden, sollten nicht ausgeschlossen werden. Dagegen solle es den Versicherungen gestattet sein, Behandlungen auf der Basis medizinischer Leitlinien verbindlich zu vereinbaren.

In dem Gutachten macht der Beirat zudem Vorschläge für die Finanzierung von Krankenhausinvestitionen. Demnach sollten Kliniken künftig monistisch von den Krankenversicherungen finanziert werden. Die Versicherten würden dann über ihre Beiträge nicht nur die Betriebskosten tragen, sondern zusätzlich auch die Investitionskosten. "Besser als heute wäre dadurch gewährleistet, dass notwendige Investitionen nicht an fehlenden Steuereinnahmen scheitern", heißt es in dem Gutachten.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sieht die Vorschläge kritisch. Wenn die Bundesländer die vorgesehenen Investitionen weiterhin nicht gewährleisten könnten, müsse die Unterfinanzierung der Krankenhäuser durch Bundesmittel beendet werden, forderte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. "Hier und nicht bei den Krankenhäusern sind die Defizite festzustellen – darauf sollte sich der Beirat beim BMF dann auch konzentrieren, statt den Refrain von der durch Fakten nicht belegten These der Über- und Fehlversorgung neu anzustimmen", so Gaß. Selektivverträge würden keine bessere Versorgung bewirken. Medizinische Daseinsvorsorge müsse politisch verantwortet bleiben. "Es wäre eine Bankrotterklärung der Politik, diese zentrale Verantwortung auf die Krankenkassen zu übertragen."

Autor

 Hendrik Bensch

Zur Übersicht

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Unsere Zeitschriften

f&w

Pflege und Krankenhausrecht

Meinung: Orientierungswert

Orientierungswert von Boris Augurzky

Organspende: Club der Willigen

  • News des Tages

Orientierungswert von Andreas Beivers

Brutto gleich Netto

  • Orientierungswerte

Orientierungswert von Bernadette Rümmelin

Gewagtes Experimentierfeld Notfallversorgung

  • News des Tages

Empfehlung der Redaktion

Weitblick und Menschennähe: f&w gedenkt Michael Philippi mit Nachrufen des langjährigen Chefredakteurs Stefan Deges sowie des BDPK und öffnet das Archiv für Philippis Artikel aus der ersten f&w-Ausgabe aus dem Jahr 1984

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich