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Kritik am Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz

ProPflege will Pflegeindikatoren im DRG-System ausbauen

  • Pflege

Die Fachgesellschaft Profession Pflege (ProPflege) rät dringend davon ab, alle pflegerelevanten Aspekte aus dem G-DRG-System herauszulösen. "Wir sind der Überzeugung, dass die pflegerelevanten ICD-10- und OPS-Schlüssel erhalten bleiben und weiter ausgebaut werden müssen", heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme zum Referentenentwurf des Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetzes (PpSG).

Die Fachgruppe, die sich aus Pflegewissenschaftlern, -managern, Stationsleitungen, Pflegepersonen aus unterschiedlichen klinischen Fachabteilungen und Medizincontrollern zusammensetzt, konstatiert dem Gesetzentwurf zwar, er setze viele gute Anreize, um die Situation der Berufsgruppe Pflege zu verbessern. Dazu gehöre die 100-prozentige Finanzierung "von neu eingestelltem Pflegepersonal, der Ausgleich von Tarifsteigerungen, Regelung der Ausbildungsvergütung und Regelungen über die künftige Ausgliederung der Pflegebudgets außerhalb des G-DRG-Systems." Ob der Entwurf tatsächlich das Potenzial habe, die Situation der Pflegequalität im Krankenhaus positiv zu fördern, hänge von einigen weiteren Entscheidungen ab, die im Referentenentwurf noch offengeblieben seien. Nach Auffassung von ProPflege sprechen gegen die angedachte Ausgliederung mehrere „relevante Punkte“:

  • Ohne pflegerelevante OPS-Schlüssel und ICD-10 würden Pflegebudgetverhandlungen schwierig und unterlägen der Gefahr von Kürzungen, wenn Fördermaßnahmen wieder ausgesetzt werden,
  • PKMS-bedingte Qualitätsverbesserung in der Pflegeprozessdokumentation sei bereits zu erkennen,
  • Förderung einer bedarfsorientierten Pflege, insbesondere hochaufwendiger Patienten, würde gehemmt,
  • Transparenz des pflegerischen Leistungsgeschehens durch ICD-10 und OPS-Codes sei aktuell überwiegend gewährleistet,
  • Grundlage für eine nachhaltige Pflegepersonalbudgetverhandlung würde zerstört,
  • Förderung von evidenzbasierter Pflege und aktivierend-therapeutischen 
  • Pflegekonzepten über Erlösanreize würde entfallen,
  • Digitalisierung in der Pflegedokumentation würde zurückgesetzt und sinnvolle Prozesse zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation würden blockiert,
  • Umstellung auf Pflegebudgets ginge mit Budgetkürzungen für Kliniken einher.

"Eine bedarfsorientierte Pflege muss weiter gefördert werden, um die Umsetzung des pflegediagnostischen Prozesses und die Realisierung einer evidenzbasierten Pflege für die Professionalisierung der Pflege sicherzustellen", fordert ProPflege.

Die Fachgesellschaft versteht sich als pflegesachverständige Expertengruppe und steht Politik, Einrichtungen im Gesundheits- und Pflegewesen, Bildungsinstituten, Verbänden und Gremien für Beratungen zur Verfügung und beteiligt sich seit Jahren an der Gestaltung von Pflege im G-DRG-System.

Die Empfehlungen der Fachgesellschaft ProPflege zur Ausgliederung der Pflegepersonalkosten aus dem G-DRG-System beschreibt deren Vorstandsmitglied Pia Wieteck exklusiv in der kommenden Ausgabe 8/2018 von f&w führen und wirtschaften im Krankenhaus.

Autor

 Mark Sleziona

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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