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Neonatologie

Versorgung von Frühchen: Viele Perinatalzentren noch ohne 1-zu-1-Betreuung

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In den Perinatalzentren in Deutschland werden die Anforderungen zur Qualitätssicherung für Frühchen in den meisten Bereichen erfüllt. Das geht aus der Strukturabfrage des Instituts für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) für das Jahr 2017 hervor. Nachholbedarf gibt es jedoch noch mit Blick auf die Anforderungen in der Pflege. Laut dem IQTIG-Bericht erfüllt bislang der überwiegende Anteil der Perinatalzentren Level 1, die an der Strukturabfrage teilnahmen, den Personalschlüssel zur intensivtherapiepflichtigen und -überwachungspflichtigen Betreuung der Frühgeborenen nicht. Nur etwas mehr als ein Drittel der Einrichtungen gab an, dass auf der neonatologischen Intensivstation jederzeit mindestens ein Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger je intensivtherapiepflichtigem Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unterhalb von 1,5 Kilogramm verfügbar ist.

Auch ein Teil der Perinatalzentren des Level 2 haben laut der IQTIG-Befragung Schwierigkeiten, die pflegerischen Anforderungen der Qualitätssicherungs-Richtlinie Früh- und Reifgeborene (QFR-RL) umzusetzen. 18 Prozent der teilnehmenden Level-2-Einrichtungen konnten keine 1-zu-1-Betreuung der Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm leisten. Ein Teil der Perinatalzentren hat zudem Schwierigkeiten, mindestens einen Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger mit einer abgeschlossenen Fachweiterbildung im Bereich "Pädiatrische Intensivpflege" in jeder Schicht einzusetzen. In anderen Bereichen dagegen wurden die Vorgaben weitgehend oder vollständig erfüllt, zeigt die Strukturabfrage. Das gilt beispielsweise für die ärztliche Versorgung, die Hebammen-Hilfe oder die Anforderungen an die Infrastruktur. 

Hintergrund für die Strukturabfrage sind die Personalanforderungen an die Intensivpflege in Perinatalzentren. Der G-BA hatte dazu eine Übergangsregelung beschlossen. Danach können Perinatalzentren, die die Vorgaben nicht erfüllen, bis Ende 2019 davon abweichen. Regina Klakow-Franck, die bis Ende Juni unparteiisches Mitglied im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) war, hatte sich jedoch kürzlich dafür ausgesprochen, die Übergangsphase für die Personalvorgaben über das Jahr 2019 hinaus zu verlängern. "Uns ist bewusst, wie komplex die Thematik ist", hatte sie auf dem Frühjahrsforum der Deutschen Hochschulmedizin in Berlin erklärtMan solle deshalb nichts überstürzen.

Autor

 Hendrik Bensch

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