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G-BA-Beschluss

Erweiterte Verordnungsmöglichkeiten für psychiatrische Krankenpflege

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Ärzte können häusliche psychiatrische Krankenpflege künftig bei mehr Erkrankungen als bisher verordnen. Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am vergangenen Donnerstag in seiner Plenumssitzung. Der unparteiische Vorsitzende Josef Hecken sagte auf der anschließenden Pressekonferenz, dass nun auch Patienten mit schweren Depressionen, wahnhafter Schizophrenie oder Selbstgefährdungstendenzen häusliche psychiatrische Krankenpflege verordnet bekommen können. Ziel sei es, Hilfe zur Strukturierung des Tages und zu bestimmten Grundverrichtungen zu gewähren. 

Hecken sagte auch, dass die Patientenvertretung im G-BA „weitergehende Vorstellungen“ gehabt habe, und auch Abhängigkeitserkrankungen – etwa Alkoholismus – in die erweiterte Liste aufnehmen wollte. „Wir haben uns dagegen entschieden“, sagte Hecken und begründete dies damit, dass etwa Entziehungskuren in entsprechenden Einrichtungen erfolgen müssten. „Da hilft ein niedrigschwelliges Angebot nicht“, sagte Hecken. Jedoch erlaube der G-BA dies trotzdem im Einzelfall, wenn der verordnende Arzt dies entsprechend begründe. Ein Grund könne dabei sein, dass es gerade keinen freien Platz in einer entsprechenden Klinik gebe.

Auf Ablehnung im Plenum stieß außerdem der Antrag der Patientenvertretung im Plenum, die Hausärzte zu stärken und ihnen die Möglichkeit zu geben, häusliche psychiatrische Krankenpflege für einen längeren Zeitraum als sechs Wochen zu verordnen. Dies obliegt Fachärzten. 

Autor

Dr. Stephan Balling

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