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Facharzttermine

Spahn setzt auf Kassenärzte

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Die niedergelassenen Ärzte sollen pro Jahr 500 bis 600 Millionen Euro zusätzlich außerhalb ihrer bisherigen Budgets bekommen und im Gegenzug ihre Sprechzeiten ausweiten. Das steht nach Informationen von BibliomedManager im Referentenentwurf des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Krankenhäuser spielen darin keine Rolle. Vergangene Woche hatte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Karl Lauterbach deren Öffnung für die ambulante fachärztliche Versorgung gefordert. Spahn setzt hingegen darauf, die Aufgaben der Terminservicestellen deutlich zu erweitern, niedergelassene Ärzte zu verpflichten, mehr Sprechstunden anzubieten und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) zu verpflichten, bei Ärztemangel eigene Praxen, medizinische Versorgungszentren (MVZ) oder andere Versorgungsalternativen zu eröffnen. 

Auch Lauterbachs Überlegung, Fachärzten beim erstmaligen Kontakt mit einem Patienten nur dann eine außerbudgetäre Sondervergütung zu bezahlen, wenn sie zuvor bei einem Hausarzt waren, der sie zu einem Facharzt überwiesen hat, findet im Referentenwurf keinen Widerhall. Allerdings sollen Hausärzte aufgewertet werden, indem sie für Hausarztbesuche, die „Sprechende Medizin“ und die Vermittlung eines Facharzttermins ebenfalls extra vergütet werden. Eine generelle Aufhebung des Budget-Systems im ambulanten Sektor plant Spahn nicht. Der Minister will die KVen darüber hinaus verpflichten, regionale Zuschläge für Ärzte auf dem Land zu bezahlen. Bisher ist dies eine freiwillige Leistung der KVen. 

Ferner müssen die Krankenkassen den Plänen zufolge ihren Versicherten ab 2021 eine elektronische Patientenakte zur Verfügung stellen und sie darüber informieren. Auch der mobile Zugriff auf die darin enthaltenen Daten mittels Smartphone soll möglich sein. 

Die wesentlichen Maßnahmen aus dem Entwurf im Einzelnen:

Terminservicestellen werden zu Servicestellen für die ambulante Versorgung und Notfälle insgesamt

  • auch Terminvermittlung zu Haus- und Kinderärzten;
  • bisherige Telefonnummer des KV-Bereitschaftsdienstes auch während der Praxisöffnungszeiten 24 Stunden täglich an sieben Tagen die Woche;
  • in Akutfällen rund um die Uhr Vermittlung von Patienten an Arztpraxen oder Notfallambulanzen;

Längere Mindestsprechzeiten der niedergelassenen Ärzte

  • Mindestens 25 Stunden pro Woche (bisher 20), Hausbesuchszeiten werden angerechnet;
  • Mindestens fünf Stunden pro Woche „offene Sprechstunde“ ohne vorherige Terminvereinbarung insbesondere für Haus- und Kinderärzte, konservativ tätige Augenärzte und HNO-Ärzte

Zusätzliche Mittel für Kassenärzte für

  • die Vermittlung eines Facharzttermins durch einen Hausarzt,
  • die Behandlung von Patienten, die durch Terminservicestellen vermittelt werden,
  • die Behandlung von neuen Patienten in einer Praxis,
  • Leistungen, die in den offenen Sprechzeiten erbracht werden,
  • Akut- und Notfälle während der Sprechstunden,
  • die „Sprechende Medizin“ und
  • Hausarztbesuche als anerkannte Praxisbesonderheit.


Autor

Dr. Stephan Balling

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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