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Portalpraxen: Kliniken und Hausärzte fordern gemeinsam Reformen

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Vertreter von Krankenhäusern und Hausärzten fordern Reformen im ambulanten Sektor, um die Notaufnahmen der Kliniken zu entlasten. So sprechen sich Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Hausärzteverbands, und Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), in einem gemeinsamen Interview für die neue Ausgabe von f&w führen und wirtschaften im Krankenhaus für mehr Hausärzte und eine Entbudgetierung der hausärztlichen Versorgung aus. "Das würde viele Probleme lösen und das der überlaufenden Notfallambulanzen zumindest signifikant reduzieren", so Weigeldt. Zudem gebe es eine wachsende Zahl fachärztlicher Leistungen, die sich heute gut ambulant erbringen ließen, etwa in Zentren mit Verbindung zu Krankenhäusern.

"Es wäre durchaus rational, die fachärztliche Versorgung an den Standorten der Krankenhäuser zu konzentrieren und die Primärversorgung über niedergelassene Hausärzte zu organisieren, so wie das in anderen Ländern der Fall ist", sagte Baum. Aus seiner Sicht könnte auch das sogenannte Portal-Modell, bei dem an jedem Krankenhaus eine niedergelassene Praxis betrieben wird, die rund um die Uhr offen ist für Laufpatienten, aber keine Termine vergibt, die Kliniken entlasten. Das widerspreche zwar der gesetzlichen Vorgabe, nach der die Notfallpraxen an den Krankenhäusern nur außerhalb der regelhaften Praxiszeiten geöffnet sein dürfen und führe zu Konkurrenz zu den bereits vorhandenen Praxen, so Baum. "Den Krankenhäusern wäre ein solches System aber wesentlich lieber als der jetzige Zustand, in dem wir Patienten untersuchen beziehungsweise behandeln, ohne dafür ein angemessenes Honorar zu erhalten, und auf den Kosten sitzen bleiben." Das vollständige Interview können Abonnenten schon heute online lesen. Die Print-Ausgabe von f&w erscheint kommende Woche.

Besonders in Rheinland-Pfalz setzen Krankenhäuser und Kassenärztliche Vereinigung (KV) bereits auf das Konzept des ambulanten Ärztlichen Bereitschaftsdienstes an Krankenhäusern. Eine exklusive Analyse des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV) zeigt, dass in keinem anderen Bundesland die Praxen so dicht an den Kliniken sind und außergewöhnlich lange Öffnungszeiten aufweisen. f&w hat sich das vor Ort angeschaut und das Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr besucht. Das Klinikum südlich von Bonn zeigt, wie Kliniken und Niedergelassene einen "gemeinsamen Tresen" gemeinsam die ambulante Versorgung schultern können, wenn die KV-Bereitschaftspraxis im Krankenhaus mit einer baulichen Struktur existiert. Sie erlaubt es, den Patienten dorthin zu leiten, wo er hingehört: ins KV-System oder ins Krankenhaus.  

Weitere Highlights der August-Ausgabe:

  • Klinikbau 4.0: Bevor die ersten Bagger rollen, wird der Neubau des Flugfeldklinikums einmal komplett digital gebaut. So werden alle Prozesse der Planung, des Baus und des Gebäudemanagements des Projekts vorab virtuell abgebildet. 
  • Risiko FDA: Der Fixkostendegressionsabschlag verschlechtert die Behandlungschancen für Schlaganfallpatienten in der Frührehabilitation. 
  • Integrierte Governance-Strukturen: Das Uniklinikum Freiburg hat die Bereiche Qualitätsmanagement, Interne Revision, Risikomanagement und Compliance gebündelt.
  • Serie Klinische Radiologie: Wie Krankenhäuser unnötige Mehrfachuntersuchungen vermeiden.
  • "Vergessen Sie Lehrbuchweisheiten": f&w-Bilanzgespräch mit Rudolf Mintrop, Klinikum Dortmund
  • "Wir müssen ein Klima der Innovation schaffen": Sana-CIO Bernd Christoph Meisheit im Porträt

Autor

 Florian Albert

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