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Debatte um verpflichtenden Sozialdienst

Spahn befürwortet allgemeine Dienstpflicht

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Ein soziales Pflichtjahr bringt nach Meinung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Vorteile für die Pflege. „Eine Dienstpflicht löst nicht alle Probleme. Und sie entbindet uns auch nicht von der Aufgabe, grundsätzliche Probleme in der Pflege oder etwa in der Bundeswehr anzugehen. Aber ein solcher Dienst bietet die Chance, dass junge Menschen Seiten an und in sich kennenlernen, die sie auf ihrem direkten Weg in Ausbildung, Studium und Beruf nie entdeckt hätten”, sagte Spahn in einem Interview, das aktuell in der Nordwest-Zeitung Oldenburg erschienen ist. Die Frage nach einem verpflichtenden Dienst an der Gesellschaft beschäftige viele Bürger.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte am Montag auf den großen Mangel an Pflegekräften in den Sozialberufen verwiesen. „Insofern wäre wäre es ein positiver Effekt, wenn junge Menschen auf diese Weise an die Pflegeberufe herangeführt würden”, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in ihrer heutigen Ausgabe eine Sprecherin des Ministeriums. Auch der Präsident des Verbands privater Pflegeanbieter, Bernd Meurer, befürwortet ein solches Pflichtjahr, das jedoch keine professionelle Tätigkeit ersetzen könne.

Widerspruch kommt von den Wohlfahrtsverbänden. Der Deutsche Caritasverband verweist auf die Unvereinbarkeit eines sozialen Pflichtdienstes mit nationalem und europäischem Recht. Freiwilligkeit sei einer Verpflichtung stets vorzuziehen. Auch das Diakonische Werk der evangelischen Kirche hält eine gesellschaftlich-soziale Dienstpflicht nicht für sinnvoll. „Statt eines Gesellschaftsdienstes sollten alle nationalen wie internationalen Formate der Freiwilligendienste weiter gestärkt werden, um Menschen für soziale Berufe zu interessieren”, so die Diakonie. Ähnlich argumentiert Karl Josef Laumann, Sozialminister Nordrhein-Westfalens und bis 2017 Bevollmächtigter der Bundesregierung für Patienten und Pflege. Er befürwortet eine Stärkung des Freiwilligen Sozialen Jahres. Diese ließe sich erreichen, „indem wir die Arbeit der Freiwilligen stärker bei der Berufsausbildung etwa in Gesundheits- und Sozialberufen anrechnen”, sagte der Sozialpolitiker der Rheinischen Post.

Nach Angaben des Familienministeriums leisteten derzeit etwa 40.000 Menschen Bundesfreiwilligendienst. Daneben engagieren sich für das von den beiden großen Kirchen getragene Freiwillige Soziale Jahr 42.000 junge Menschen. Inklusiver diverser Auslandsdienste beträgt die Zahl freiwilligen Helfer rund 100.000 im Jahr. Ein Pflichtdienst hingegen würde etwa 700.000 junge Menschen betreffen.

Autor

 Mark Sleziona

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