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Gesundheitsministerium macht Krankenhäuser mitverantwortlich

Rückläufige Organspenden: Streit um Rolle der Kliniken

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Das Bundesgesundheitsministerium macht die Krankenhäuser mitverantwortlich für die geringe Zahl von Organspenden in Deutschland. Auf eine Anfrage des ARD-Politikmagazins „Report Mainz“ teilte das Ministerium mit, der Rückgang bei den Spenderzahlen werde „unter anderem auf wechselseitige, strukturelle und organisatorische Schwachstellen sowie auf Arbeitsverdichtungen im klinischen Alltag in den Entnahmekrankenhäusern zurückgeführt“. Das Ministerium sieht jedoch auch in der „unzureichenden Vergütung“ der Organentnahme eine Ursache für die Entwicklung bei den Spenderzahlen.

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, wies im Interview mit „Report Mainz“ die Kritik an der Rolle der Krankenhäuser bei den Organspenden zurück: „Wir sehen nicht, dass die Kliniken das Problem sind. Die Kliniken sind seit Jahren sehr engagiert.“ Er könne nicht beobachten, dass sich Krankenhäuser aufgrund der Lasten der Aufwendungen, die mit Spendenprozessen verbunden seien, aus dem Spenderengagement zurückziehen würden.

Die Kaufmännische Direktorin der Uniklinik Heidelberg, Irmtraut Gürkan, nannte die Organentnahme in dem TV-Beitrag ein „Minusgeschäft“. Der Beitrag für die Organentnahme decke nicht die intensive Betreuung des Patienten ab, insbesondere nicht die Versorgung des Organspenders in den Intensivstationen. Gürkan fordert daher eine höhere Vergütung. „Wir denken, dass 2.000 Euro pro Intensivtag angemessen wären“, sagte sie gegenüber „Report Mainz“.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte kürzlich angekündigt, bis zum Herbst einen Gesetzesentwurf zur Organspende vorzulegen. Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD bereits festgelegt, Transplantationsbeauftragte freizustellen und mehr Geld für Organentnahmen bereitzustellen. Die AG-Gesundheit der Unionsfaktion im Bundestag hatte im Juli in einem Positionspapier unter anderem vorgeschlagen, die Organentnahme höher zu vergüten, Transplantationsbeauftragte in Krankenhäusern von anderen Arbeiten freizustellen sowie mobile Betreuungsteams für kleinere Kliniken einzusetzen.

Der Beitrag von "Report Mainz" läuft heute Abend um 21.45 Uhr in der ARD.

Autor

 Hendrik Bensch

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