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Sektorenübergreifende Versorgung

BDC weist auf Hybrid-DRG hin

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Im Zuge der Debatte um die sektorenübergreifende Versorgung hat der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) auf das Modellprojekt zu Hybrid-DRG in Thüringen hingewiesen. „Es ist deutschlandweit das erste nennenswerte Vorhaben, das die ambulanten und stationären Sektoren tatsächlich verbindet, indem es beide Bereiche bei der Bezahlung der Leistungen durch die Kassen gleichbehandelt“, so BDC-Präsident Hans-Joachim Meyer. Die Techniker Krankenkasse (TK) hatte im vergangenen Jahr in Thüringen ein neues Vergütungsmodell für Operationen gestartet, bei dem ambulante und stationäre Leistungen gleich bezahlt werden. Der BDC hat die Ausarbeitung des Modells zusammen mit anderen Praktikern unterstützt.

Eine künftige Herausforderung werde sein, zu definieren, wer patientenorientiert was, wo, wie und mit welchen Kosten behandele, erklärte Stephan Dittrich, der das Modellprojekt leitet. Mit dem Projekt leiste man „einen entscheidenden Beitrag zur sektorenübergreifenden Versorgung und der finanziellen Gleichstellung von indikationsbezogen gleichwertigen Eingriffen in Kliniken und Praxen“, so Dittrich. Grundlagen für die „Hybrid-DRGs“ sind die Fallpauschalen im Krankenhaus (DRG) und der Vergütungskatalog für ambulant tätige Ärzte (EBM). Hieraus wird ein Mischpreis für operative Eingriffe kalkuliert.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sieht die Hybrid-DRG kritisch. Krankenhauspatienten hätten oft einen anderen Pflege- und Versorgungsbedarf als ambulant behandelte Patienten, merkte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum an. Krankenhäuser hätten zudem andere Vorhaltekosten als eine Arztpraxis. Baum warf der TK deshalb vor, „gleiches Geld für unterschiedliche Leistungen“ einzufordern. TK-Vorstand Thomas Ballast hielt dem im Interview mit dem Fachmagazin f&w entgegen, in die Kalkulation seien nur bestimmte stationäre Fälle eingeflossen: Es habe sich lediglich um solche Patienten gehandelt, die keine schweregrad­erhöhenden Nebendiagnosen aufweisen, jünger als 75 Jahre alt waren und weniger als drei Tage stationär behandelt wurden. „Es geht gerade nicht um schwer kranke Patienten, die in jedem Fall einer stationären Behandlung bedürfen“, so Ballast.

In einer Analyse zu den Hybrid-DRG für die f&w hatten die Gesundheitsökonomen Andreas Beivers und Günter Neubauer, herausgestellt, dass das Modell in die richtige Richtung weise, jedoch noch mehrere wichtige Fragen offen seien. So sei beispielsweise unklar, wie die Hybrid-DRG mit den unterschiedlichen Investitionskostenfinanzierungs-Systematiken zwischen ambulantem und stationärem Sektor verfahren wollten.

Autor

 Hendrik Bensch

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