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Nach Urteil des Bundessozialgerichtes

Klinikverbund Hessen: Kassen gefährden Schlaganfallversorgung

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Der Geschäftsführer des Klinikverbunds Hessen, Reinhard Schaffert, kritisiert das Verhalten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) bei der Abrechnung von Schlaganfallkomplexbehandlungen. Einige Krankenkassen zweifelten bereits jetzt die Voraussetzung für die Kodierung und Abrechnung der Behandlung aufgrund eines Urteils des Bundessozialgerichts (BSG) an, so Schaffert. Dabei liege das Urteil im Wortlaut und mit Begründung noch nicht vor. Für das Verhalten des MDK gebe es somit bis zur Veröffentlichung des Urteils noch keine Rechtsgrundlage.

Hintergrund für den Streit ist ein Urteil des BSG im Juni dieses Jahres. Dabei ging es um die Definition der Transportzeit bei neurologischen Komplexbehandlungen. Die Richter mussten klären, was genau unter einer "höchstens halbstündigen Transportentfernung" zu neurochirurgischen Notfalleingriffen sowie zu gefäßchirurgischen und interventionell-neuroradiologischen Behandlungen zu verstehen ist. Das Gericht urteilte schließlich, dass darunter nicht nur die reine Fahrzeit zu verstehen sei. Stattdessen beginne der Zeitraum bereits, wenn das Transportmittel angefordert werde. Das BSG wurde für diese Entscheidung unter anderem von Seiten der DKG scharf kritisiert. Das Urteil gefährde die flächendeckende Schlaganfallversorgung, so DKG-Präsident Gerald Gaß. Zudem sorge es für erhebliche finanzielle Risiken für die Kliniken, wie etwa der Rechtsexperte Maurice Berbuir im Fachmagazin f&w erläuterte.

Verbund-Geschäftsführer Reinhard Schaffert wies nun auf eine Klarstellung des Deutschen Instituts für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hin, das Herausgeber des Operationen- und Prozedurenschlüssels (OPS) ist. Laut DIMDI ist mit der Transportzeit, die im OPS zur neurologischen Komplexbehandlung genannt ist, die Zeit zu verstehen,  "die der Patient im Transportmittel verbringt".

Wenn Krankenkassen nun in Kliniken ohne eigene Neurochirurgie und interventionelle Radiologie tatsächlich die Leistung nicht mehr finanzierten, könne sie dort auch nicht in der erforderlichen Qualität erfolgen, kritisierte Schaffert. "Am Ende würde dies in einigen Regionen für alle Schlaganfallpatienten einen längeren primären Transportweg in eine spezialisierte Schlaganfalleinheit bedeuten." Damit werde das Leben und die Gesundheit von vielen Patienten gefährdet, obwohl notfallmäßig nur wenige eine neurochirurgische oder gefäßradiologische Intervention benötigten.

Autor

 Hendrik Bensch

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