250
Passwort vergessen

NRW

Kritik an „Abwerbeprämien“ für Krankenhausärzte

  • News des Tages

Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) befürchtet weitreichende Folgen durch ein Vorhaben in Nordrhein-Westfalen, das Krankenhausärzte zum Quereinstieg in die Hausarzttätigkeit ermuntern soll. Quereinsteiger in NRW sollen künftig eine finanzielle Förderung erhalten, haben das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium und die gesetzlichen Krankenkassen, die Kassenärztlichen Vereinigungen und Ärztekammern kürzlich beschlossen. Der VKD kritisiert nun, dass die geplanten „Prämien“ für „eine ganze Reihe von Krankenhäusern erhebliche personelle Einschnitte“ im ärztlichen Bereich bedeuten könnten. „Wenn das bundesweit Schule macht, können sich die Kliniken in ländlichen Regionen von der Versorgung abmelden“, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes.

Zielgruppe der Förderung sind vor allem Allgemeininternisten, aber zum Beispiel auch Fachärzte für Anästhesiologie und Chirurgie. Die Quereinsteiger sollen künftig für einen Zeitraum von 12 bis zu 24 Monaten bis zu 9.000 Euro pro Monat erhalten. Die Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen wollen die Finanzierung je zur Hälfte übernehmen. Voraussetzung ist, dass die Weiterbildung oder Qualifizierung in Kommunen mit bis zu 40.000 Einwohnern erfolgt. Wenn die Ärzte in eine Region gehen, die unterversorgt oder von Unterversorgung bedroht ist, gibt es weitere 500 Euro monatlich aus Landesmitteln.

Das Vorhaben ist einer der Bausteine der Landesregierung gegen den Hausärztemangel. „Damit können wir sehr kurzfristig zusätzliche Hausärzte gewinnen“, erklärte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Andere Vorhaben, wie die Gründung der Medizinischen Fakultät OWL in Bielefeld und die geplante Landarztquote, würden erst später wirken.

Auch der VKD sehe in dem Hausarztmangel eine Herausforderung, teilte der Verband mit. Dies jedoch zulasten der Krankenhausversorgung bewältigen zu wollen, sei der „grundfalsche Weg“. „Damit würde nicht nur die Patientenversorgung gefährdet – man denke dabei zum Beispiel an die hohen Belastungen in Grippezeiten – sondern auch die Weiterbildung in den Kliniken untergraben“, so VKD-Präsident Josef Düllings.

Autor

 Hendrik Bensch

Zur Übersicht

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Unsere Zeitschriften

f&w

Pflege und Krankenhausrecht

Meinung: Orientierungswert

Orientierungswert von Andreas Beivers

Brutto gleich Netto

  • Orientierungswerte

Orientierungswert von Bernadette Rümmelin

Gewagtes Experimentierfeld Notfallversorgung

  • News des Tages

Orientierungswert von Susanne Müller

Mut im Schatten der Koalitionskrisen

  • Orientierungswerte

Empfehlung der Redaktion

Weitblick und Menschennähe: f&w gedenkt Michael Philippi mit Nachrufen des langjährigen Chefredakteurs Stefan Deges sowie des BDPK und öffnet das Archiv für Philippis Artikel aus der ersten f&w-Ausgabe aus dem Jahr 1984

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich