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Qualitätssicherung

Perinatalzentren: Großteil erfüllt Personalquoten nicht

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84 Prozent der Perinatalzentren in Deutschland erfüllt nicht die Personalanforderungen, die in der Qualitätssicherungs-Richtlinie zu Früh- und Reifgeborenen festgelegt sind. Das geht aus den Berichten über den sogenannten klärenden Dialog zu der Richtlinie hervor. Demnach haben 180 von 215 Perinatalzentren die Vorgaben nicht eingehalten. Darunter waren 150 Perinatalzentren des Level 1 sowie 30 Level-2-Zentren.

Je nach Bundesland schwankt der Anteil an Zentren, die die Vorgaben nicht erfüllen, zwischen 36 und 100 Prozent. Als Grund für die niedrigen Personalquoten wurde unter anderem angegeben, dass keine Fachkräfte am Arbeitsmarkt verfügbar seien. Weitere Gründe waren, dass Personal unvorhergesehen ausfiel oder Kapazitäten fehlten, um Mitarbeiter weiterzubilden. Wie sich die nicht erreichten Vorgaben auf die Qualität der Versorgung ausgewirkt haben, lasse sich aber noch nicht einschätzen, heißt es in einem Kommentar des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Nach Ansicht der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) verdeutlichten die Berichte, dass die Personalanforderungen "schlicht und ergreifend nicht umsetzbar sind". Die Vorgabe, dass eine Pflegekraft pro Schicht nur ein Frühchen betreuen darf, sei "realitätsfern", erklärte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Wenn qualifiziertes Personal nicht verfügbar sei, unvorhergesehen viele Patienten kämen oder Personal ausfalle, könnten die Krankenhäuser nur begrenzt Einfluss nehmen. Baum kritisierte zudem, dass Kliniken regelmäßig Patienten verlegen müssten, um die Quoten einzuhalten. Die Risiken einer Verlegung seien so gravierend, dass aus einem vermeintlichen Schutz der Patienten eine Gefährdung werde. "Verlegungen zur Quoteneinhaltung kann keine medizinisch verantwortliche Erwartung sein", sagte Baum. Vielmehr sollten die Rahmenbedingungen an die Realität angepasst werden.

Die DKG hat daher im G-BA beantragt, die Beratungen über eine Korrektur der Richtlinie aufzunehmen. "Für die Früh- und Reifgeborenen-Richtlinie ist eine Übergangszeit von zwei Jahren vorgesehen, in der nun festgestellt wird, dass die Vorgaben mit den Realitäten nicht zu vereinbaren sind", so Baum. Dies mache deutlich, dass Personaluntergrenzen in anderen Bereichen, insbesondere in der Intensivmedizin, mit Übergangszeiten und "Flexibilitätskomponente" versehen sein müssten.

Autor

 Hendrik Bensch

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