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Prozessauftakt

Niels H. gesteht 100 Morde

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Der wegen Mordes an Patienten angeklagte frühere Krankenpfleger Niels H. hat gestern zum Auftakt seines Prozesses vor dem Landgericht Oldenburg ein Geständnis abgelegt. Die Vorwürfe träfen weitgehend zu, sagte er, wie mehrere Medien berichteten. Wegen sechs Taten ist er bereits zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nun muss er sich wegen 100 weiterer mutmaßlicher Morde verantworten, die er in Kliniken in Oldenburg und Delmenhorst verübt haben soll. Damit ist der Fall vermutlich die größte Mordserie der bundesdeutschen Kriminalgeschichte.

Bis zum Jahr 2005 soll Niels H. in Kliniken in Delmenhorst und Oldenburg bei seinen Patienten erst Herzversagen oder einen Kreislaufkollaps ausgelöst haben, um sie dann wiederzubeleben. Die Staatsanwaltschaft und Polizei ließen deshalb im Zuge der Ermittlungen mehr als 130 frühere Patienten exhumieren. Die beiden Kliniken haben mittlerweile ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Zum Prozessauftakt ist auch eine Debatte über mögliche weitere Konsequenzen aus dem Fall entbrannt. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Karl Lauterbach rief in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Kliniken auf, Verbesserungen bei diesem Thema anzustoßen. Ansonsten müsse womöglich der Gesetzgeber "im Rahmen der Qualitätssicherung Vorgaben machen", so Lauterbach. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Bundestages, Erwin Rüddel (CDU), verlangte eine ärztliche Untersuchung aller Toten. Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, wies darauf hin, dass Kliniken seit Bekanntwerden der Taten von Niels H. ihre Kontrollen deutlich gesteigert und die Transparenz erhöht hätten. "Wir haben heute flächendeckend Instrumente installiert, die eine Wiederholung solcher Todesfälle ausschließen sollen", so Gaß. Alle Krankenhäuser hätten Fehlermeldesysteme für anonyme Eingaben. In den Kliniken gebe es zudem Obduktionsquoten für zunächst unverdächtige Todesfälle und Todesfallbesprechungen.

Autor

 Hendrik Bensch

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