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Elektronische Gesundheitsakte

Diskussion um Datenschutz bei Vivy

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Nach einem Bericht über mögliche Sicherheitslücken bei der elektronischen Gesundheitsakte Vivy wird über die Sicherheit der neuen Anwendungen für Patienten diskutiert. "Insgesamt rächt sich, dass die Koalition so lange versäumt hat klare Rahmenvorgaben zu schaffen“, kritisierte die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Maria Klein-Schmeink. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) müsse nun schnell dafür sorgen, dass die Standards, die die Gesellschaft zum Aufbau der Telematikinfrastruktur (Gematik) festlegen wird, auch für die aktuellen Projekte gelten.

Das Computersicherheits-Unternehmen Modzero hatte kürzlich die Vivy App getestet. Dabei hat das Unternehmen nach eigenen Angaben festgestellt, dass Informationen darüber, wer wann mit welchem Arzt Gesundheitsdaten geteilt hatte, "ungeschützt für jeden lesbar im Netz“ lagen. Versicherte hätten somit anhand von Name, Foto, E-Mailadresse, Geburtsdatum und Versichertennummer identifiziert werden können, teilte Modzero mit. Auch Name, Adresse und Fachrichtung des kontaktierten Arztes hätten ausgelesen werden können. "Unbefugte konnten über das Internet alle Dokumente, die an einen Arzt gesendet werden sollten, abfangen und entschlüsseln", berichtete das Unternehmen.

Laut Vivy seien die "potentiellen Angriffsvektoren“ innerhalb eines Tages behoben worden. Es sei zu keinem Zeitpunkt ein Zugriff auf die Gesundheitsakte von einem oder mehreren Nutzern möglich gewesen. Zudem sei auch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Gesundheitsakte zu keinem Zeitpunkt ausgehebelt worden. Der Bericht von Modzero dokumentiere lediglich „eine punktuelle Kompromittierung“ der Verschlüsselung bei der Übertragung eines einzelnen Dokumentes vom Patienten an den Arzt. Dies sei nun nicht mehr möglich. Vivy wies zudem darauf hin, dass selbst im Falle erfolgreicher Angriffe lediglich fragmentierte Datensätze einzelner Nutzer, nie jedoch größere Datenbestände einsehbar gewesen wären.

Offenbar scheint jedoch Vivy nicht die einzige Gesundheitsakte mit möglichen Sicherheitslücken zu sein. Modzero stehe derzeit in Kontakt mit einem weiteren Anbieter einer Gesundheits-App, der mit „durchaus schwerwiegenden Sicherheitsproblemen zu kämpfen“ habe, heißt es vonseiten des Sicherheitsunternehmens.

Autor

 Hendrik Bensch

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