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Gutachten

Aufbau der klinischen Krebsregister dauert noch

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Die meisten klinischen Krebsregister haben beim Aufbau ihrer Strukturen große Fortschritte gemacht. Anders als noch 2016 sind nun in fast allen Bundesländern die Grundstrukturen der Register vorhanden, hat das Beratungsunternehmen Prognos für den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung ermittelt. Bis Ende dieses Jahres werden dennoch voraussichtlich erst fünf der insgesamt 18 klinischen Krebsregister vollständig aufgebaut sein. "Auch wenn das eigentliche Ziel – arbeitsfähige Register in allen Bundesländern – leider noch fern ist, stimmt jetzt die Richtung", erklärte Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes.

Bis zum Ende der eigentlichen Aufbauphase Ende 2017 hatte kein einziges der klinischen Register alle 43 Förderkriterien erfüllt. Probleme gibt es dem Gutachten zufolge vor allem beim Routinebetrieb der Register. So können beispielsweise die Daten zwischen den klinischen Krebsregistern noch nicht flächendeckend ausgetauscht werden. Zudem werden Neuerkrankungen nicht vollzählig erfasst und die Daten sind mancherorts unvollständig. Nachbesserungsbedarf sehen die Gutachter zudem bei der Zusammenarbeit mit Ärzten und Kliniken.

Die klinischen Krebsregister erfassen die Krankheitsverläufe der Patienten. Dabei tragen die Mitarbeiter Daten zur Diagnose, einzelnen Behandlungsschritten bis hin zu Rückfällen und zum Überleben der Patienten zusammen. Auf diese Weise soll sichtbar werden, ob medizinische Leitlinien beachtet werden oder ob es Unterschiede in der Qualität der Behandlung gibt.

Ende 2017 ist die vierjährige Aufbauphase für die klinischen Krebsregister abgelaufen. Damit dürfen die gesetzlichen Krankenkassen klinische Krebsregister eigentlich nur noch finanzieren, wenn nachgewiesen ist, dass sie voll arbeitsfähig sind. Hierzu müssen sie 43 Prüfkriterien erfüllen. Die Register haben eine Nachbesserungsfrist bis Ende dieses Jahres erhalten. Aktuell wird diskutiert, diese Frist um weitere zwölf Monate zu verlängern.

Autor

 Hendrik Bensch

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