250
Passwort vergessen

Kommunale Großkrankenhäuser in Sorge

Ab Januar bis zu 20 Prozent weniger Intensivbetten

  • News des Tages

Durch die künftigen Personalvorgaben in der Pflege werden nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft kommunaler Großkrankenhäuser (AKG) viele Intensivbetten ab Januar nicht mehr zur Verfügung stehen. "Wir rechnen mit einer Einschränkung von 10 bis 20 Prozent der Intensivbetten“, erklärte der AKG-Geschäftsführer Helmut Schüttig. Die Sperrung der Betten sei nötig, um die künftig vorgeschriebenen Personalschlüssel einzuhalten. Die AKG hatte für ihre Analyse zu den Bettensperrungen Daten aus 18 Krankenhäusern ausgewertet.

Der AKG-Vorstandsvorsitzende Matthias Bracht kritisierte die Verordnung zu den Personaluntergrenzen scharf. Zwar begrüße die Arbeitsgemeinschaft alle Maßnahmen, um die Besetzung in der Pflege zu verbessern. "Wer aber in der heutigen Mangelsituation an qualifizierten Intensivkräften ohne angemessen Vorlauf verbindliche Personalschlüssel festschreibt, die über den aktuellen Ist-Besetzungen liegen, nimmt zunehmende Versorgungsengpässe bei der Behandlung von schwerkranken Patienten in Kauf.“ Die AKG, zu der 21 Krankenhausunternehmen gehören, sieht somit ähnliche Probleme auf die Kliniken zukommen, auf die kürzlich auch Kliniken aus dem Raum Dortmund aufmerksam gemacht haben.

Die Verordnung sieht ab 1. Januar für Intensivstationen einen Schlüssel von einer Pflegekraft für 2,5 Patienten tagsüber vor. Nachts darf künftig eine Pflegekraft maximal 3,5 Patienten versorgen. Die AKG kritisiert, dass die Verordnung dabei nicht die unterschiedlichen Behandlungsbedarfe berücksichtige. So würden in einem Bereich schwerstkranke beatmungspflichtige Patienten behandelt, in einem anderen Bereich Patienten, die nach einer Operation lediglich für wenige Stunden überwacht werden müssten. Wie viel Personal nötig sei, sei davon abhängig, ob die Patienten bei Bewusstsein oder im Koma sind, orientiert oder desorientiert, mobil oder immobil. "In seiner jetzigen Form ist die Verordnung viel zu ungenau", so AKG-Geschäftsführer Schüttig. Zudem gebe es die benötigten Fachkräfte derzeit nicht auf dem Arbeitsmarkt. Um nicht in eine kritische Versorgungssituation Anfang 2019 zu geraten, sollte deshalb nach Ansicht der AKG das Inkrafttreten der Verordnung verschoben werden.

Autor

 Hendrik Bensch

Zur Übersicht

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Unsere Zeitschriften

f&w

Pflege und Krankenhausrecht

Meinung: Orientierungswert

Orientierungswert von Boris Augurzky

Organspende: Club der Willigen

  • News des Tages

Orientierungswert von Andreas Beivers

Brutto gleich Netto

  • Orientierungswerte

Orientierungswert von Bernadette Rümmelin

Gewagtes Experimentierfeld Notfallversorgung

  • News des Tages

Empfehlung der Redaktion

Weitblick und Menschennähe: f&w gedenkt Michael Philippi mit Nachrufen des langjährigen Chefredakteurs Stefan Deges sowie des BDPK und öffnet das Archiv für Philippis Artikel aus der ersten f&w-Ausgabe aus dem Jahr 1984

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich