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E-Health

Spahn: Struktur der Gematik muss verändert werden

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht Verbesserungsbedarf bei der Arbeit der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (Gematik). Deren Struktur habe dazu geführt, dass Entscheidungen nicht immer nur sachgerecht, sondern manchmal auch verzögert in Folge eines Kompromisses erfolgt seien, sagte Spahn gestern auf dem CDU/CSU-Fraktionskongress "Zukunft E-Health - Chancen für die digitale Gesundheitsversorung" im Bundestag in Berlin. "Um das klipp und klar zu sagen: Wenn einzelne Spieler im System ganze Entscheidungsprozesse grundsätzlicher Art aufhalten können, kann die Gematik aus meiner Sicht nicht so bleiben wie sie ist", sagte Spahn. Deshalb müsse im kommenden Jahr dort angesetzt werden.

Für die Arbeitsagenda 2019 nannte Spahn drei große Themen, die die Bundesregierung und das Bundesgesundheitsministerium (BMG) beschäftigen werden. Erstens: die elektronische Patientenakte (ePA). Hierbei sei es laut Spahn wichtig, schnell die Schnittstellen zu definieren und ein Dateiformat festzulegen, über das beispielsweise Blutwerte oder Röntgenbilder bei allen beteiligten Stellen abgespeichert und ausgetauscht werden können. "Wenn es soweit ist, wird es eine wahnsinnige Revolution im Gesundheitswesen darstellen", sagte er.

Als zweites großes Thema für 2019 nannte Spahn die Erstattungsfähigkeit von Apps und weiteren digitalen Medizinprodukten. Bisher sei festzustellen, dass der Wachstumsmarkt für deutsche Hersteller und Start-ups nicht Deutschland ist. Die Erstattungsfähigkeit über die gesetzlichen Krankenkassen spiele dabei eine wichtige Rolle. Positiv sei laut Gesundheitsminister, dass einige Kassen bereits entsprechende Verträge hätten. Dazu benötige es aber geregelte und vor allem schnelle Verfahren. "Es hilft nichts, wenn man als Start-up mit  fünf oder zehn Mitarbeitern erst in drei Jahren erstattet wird und dringend Finanzierungsmöglichkeiten für das Unternehmen braucht.", adressierte Jens Spahn an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). 

Thema Nummer drei für das kommende Jahr: Big Data, künstliche Intelligenz und Datennutzung. Im deutschen Gesundheitswesen entstünden jeden Tag hunderte Millionen von Datensätzen, Behandlungsdaten und Abrechnungsdaten, die bislang nicht genutzt würden, merkte Spahn an. "Ich möchte, dass wir es besser möglich machen, pseudonymisiert und anonymisiert diese Daten zur Versorgungsforschung zu nutzen, um zu sehen, wo Dinge gut funktionieren und wo sie besser werden können", sagte er. Dafür müsse künftig ein Rahmen gesetzt werden, bei dem Datenschutz und die Souveränität des Einzelnen hochgehalten werde. Viele chronisch Erkrankte seien nach Spahns Überzeugung offen dafür, ihre Daten für die Forschung bereitzustellen. 

Autor

 Philipp Schwehm

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