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Krankenhausdirektoren halten wenig von Vorschlägen der Sachverständigenräte

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Der Verband der Krankenhausdirektoren (VKD) hat sich kritisch zu den Ideen der Sachverständigenräte zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und zur Entwicklung im Gesundheitswesen geäußert. Insbesondere die Vorschläge zum Abbau von Kliniken in Deutschland hält der Verband für nicht sinnvoll. „Der immer wieder aus der Mottenkiste hervorgeholte Hinweis auf international deutlich geringere Krankenhaus- und Bettendichten berücksichtigt weder die völlig unterschiedlichen Gesundheitssysteme der Länder noch die Tatsache, dass es in Deutschland keine Wartelistenmedizin gibt“, so VKD-Präsident Josef Düllings. Krankenhäuser würden insbesondere in ländlichen Regionen Defizite am Anfang und am Ende der Versorgungskette ausgleichen. Vor allem Pflegeeinrichtungen seien aufgrund des steigenden Pflegekräftemangels immer weniger in der Lage, eine zeitnahe Anschlussversorgung zu gewährleisten, so Düllings.

Die beiden Sachverständigenräte hatten sich in dieser Woche das erste Mal gemeinsam zu Vorschlägen für einen Strukturwandel im Krankenhausbereich geäußert. Sie hatten sich unter anderem für weniger Kliniken, mehr pauschale Vergütungselemente und eine stärker sektorübergreifende Versorgung ausgesprochen. Auch der VKD befürworte Strukturveränderungen, erklärte nun der Verband. Sie müssten aber „moderiert und finanziert“ werden und dürften „das Versorgungsnetz nicht zerreißen“.

Der Vorschlag der Sachverständigenräte zum Übergang von der dualen zur monistischen Finanzierung mute hingegen „anachronistisch“ an. Der VKD schlug stattdessen vor, angesichts der sehr guten finanziellen Lage der öffentlichen Haushalte die Schuldenbremse zu hinterfragen. Bund und Länder blockierten damit nur den „dringend nötigen und von den Ländern zu fördernden“ Strukturwandel der Krankenhausversorgung. Mit dem Aufstieg der geburtenstarken Jahrgänge in die behandlungsrelevanten Altersgruppen von 2020 bis 2030 werde sich sonst „dieser Stillstand rächen und entweder zu massiven Abstrichen in der Qualität oder zur finanziellen Überforderung der Krankenkassen führen“, so der VKD.

Die Forderung nach einem Ausbau ambulanter Angebote begrüße der VKD hingegen. Dies solle jedoch nicht dadurch geschehen, dass Leistungen in den niedergelassenen ambulanten Bereich verlagert werden. Denn dort könnten sie aufgrund unbesetzter Praxissitze immer weniger erbracht werden. Stattdessen solle der Ausbau am Krankenhaus stattfinden, weil die Patienten die Angebote dort nachfragten.

Autor

 Hendrik Bensch

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