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Konzertierte Aktion Pflege

Zehn Prozent mehr Azubis bis 2023

  • Pflege

Die „Konzertierte Aktion Pflege“ soll den Pflegeberuf wieder attraktiver machen und so den eklatanten Fachkräftemangel beseitigen. Nach einem halben Jahr Arbeit wagen die Beteiligten ein ambitioniertes Versprechen.

Die Bundesminister Franziska Giffey (Familie), Jens Spahn (Gesundheit) und Hubertus Heil (Arbeit) haben im Rahmen eines Treffens der „Konzertierten Aktion Pflege“ in Berlin ein Papier zur Ausbildungsoffensive unterschrieben. „Wir wollen, dass sich Jüngere für den Beruf entscheiden und Ältere länger bleiben“, resümierte Giffey während des öffentlichen Teils des Treffens.

Die Ausbildungsoffensive soll dazu führen, dass es 2023 in der Pflege zehn Prozent mehr Azubis gibt als 2019. In den vergangenen drei Jahren befanden sich jährlich jeweils rund 68.000 Menschen in einer Pflegeausbildung, so die Ministerin. Die Abschaffung des Schulgelds und eine angemessene Ausbildungsvergütung sollen die Zugpferde sein. Das dem zugrunde liegende Pflegeberufegesetz tritt stufenweise bis 2020 in Kraft.

Außerdem will Giffey 5.000 Weiterbildungsplätze für „Nachqualifizierung und Umschulung“ schaffen. Denn derzeit gebe es in der Pflegeausbildung zu viele Abbrecher, so die Ministerin. Die „Konzertierte Aktion Pflege“, an der sich 40 Verbände und Institutionen beteiligen, soll das Image des Pflegeberufes verbessern – insbesondere das Bild von der Altenpflege. „Wenn heute eine Tochter zu ihren Eltern kommt und sagt, sie will Altenpflegerin werden, schlagen die ihre Hände über dem Kopf zusammen“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn. Das Pflegeberufegesetz vereinheitlicht die Ausbildung von Alten- und Krankenpflege.

Die drei Minister wollen auch an der Geldschraube drehen, um vor allem die Altenpflege attraktiver zu machen. „Nur 20 Prozent der Beschäftigten in der Altenpflege haben eine Tarifbindung“, konstatierte Giffey. Arbeitsminister Heil will mit den Partnern der „Konzertierten Aktion“ einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag erwirken. Das wird ein durchaus schweres Unterfangen, weshalb Minister Heil die beteiligten Institutionen geradezu beschwor: „Alle müssen sich bewegen.“  Derzeit könne man keinen Tarifvertrag in der Branche für allgemeinverbindlich erklären, weil keiner repräsentativ sei, so Heil. In der Altenpflege variiere der Verdienst einer Pflegekraft derzeit um bis zu 800 Euro bei gleicher Arbeit, bemängelte Jens Spahn. "Das kann nicht sein“, konstatierte der Minister.

In der „Konzertierten Aktion Pflege“ sind Pflegeberufsverbände, Verbände der Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser, die Kirchen, Pflege- und Krankenkassen, Betroffenenverbände, die Berufsgenossenschaft, die Bundesagentur für Arbeit, Sozialpartner, sowie Bund und Ländern vertreten. Sie sitzen in fünf Arbeitsgruppen:

Arbeitsgruppe 1 „Ausbildung und Qualifizierung“ 
Arbeitsgruppe 2 „Personalmanagement, Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung“ 
Arbeitsgruppe 3 „Innovative Versorgungsansätze und Digitalisierung“ 
Arbeitsgruppe 4 „Pflegekräfte aus dem Ausland“ 
Arbeitsgruppe 5 „Entlohnungsbedingungen in der Pflege“ 

Autor

 Jens Mau

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