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Qualitätsvergleiche

IQM entwickelt Konzept für Risikoadjustierung

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Qualitätsvergleiche von Krankenhausbehandlungen sind in der Branche nach wie vor umstritten. Jeder Patient sei unterschiedlich, es gebe unzählige Abhängigkeiten, ein fairer Vergleich sei überhaupt nicht möglich, monieren Kritiker.  Die Initiative Qualitätsmedizin (IQM) will nun ein Konzept für die Weiterentwicklung von Indikatoren erarbeiten, um dabei vor allem Indikatoren zu identifizieren, die für einen fairen Krankenhausvergleich geeignet sind. „Wir wollen die emotionale Diskussion in eine datenbasierte Debatte überführen“, sagte Ralf Kuhlen, Chef des wissenschaftlichen Beirats der IQM, im Gespräch mit BibliomedManager. 

Bei einem Hearing des Vereins Anfang Februar in Berlin wurde deutlich, wie anspruchsvoll diese Aufgabe ist. Die Vielfalt der Ansichten und Methoden ist jetzt schon zu bestaunen, schließlich betreiben Krankenkassen, Fachgesellschaften, wissenschaftliche Institute und andere Dienstleister bereits verschiedenste Qualitätsrankings. Ein fairer Vergleich ist alles andere als trivial, unterstrich dort Ulrike Nimptsch von der TU Berlin. So ist der Schweregrad einer Erkrankung nicht immer gleich, auch haben Patienten verschiedene Begleiterkrankungen, die entweder schon vor dem Klinikaufenthalt bestanden, vielleicht aber auch erst dort aufgetreten sind. Die Indikationsqualität ist ein weiterer Unsicherheitsfaktor, ebenso die Qualität der Dokumentation, die im Zweifel auch strategisch erfolgen könne, um ein erwünschtes Ergebnis zu erreichen, warnte Nimptsch. Dazu kommt der Behandlungsprozess selbst: Wird ein Patient rechtzeitig zu einem Maximalversorger verlegt? Ordnet ein Arzt die richtige Behandlung an? 

Die IQM will nun bis zum Sommer nach geeigneten Modellen für die Risikoadjustierung suchen und Beispielrechnungen mit echten Daten in Pilothäusern anstellen. Danach soll eine Entscheidung getroffen werden, was in die IQM-Routine überführt werden kann und was nicht. Derzeit sind über 480 Krankenhäuser aus Deutschland und der Schweiz Mitglied im Verein, die zusammen jährlich 7,7 Millionen stationäre Patienten versorgen. Das entspricht einem Anteil von ca. 40 Prozent in Deutschland und 22 Prozent in der Schweiz. 

„Ein Modell allein wird es angesichts der 46 Zielwertindikatoren mit weiteren verschiedensten Unterwerten vermutlich nicht werden“, sagt Kuhlen. „Ich kann mir vorstellen, dass es dann mehrere Modelle der Risikoadjustierung für verschiedene Indikatoren gibt, die uns weiterhelfen werden.“ In einem Punkt ist er sich jedoch sicher: Die Krankenhäuser sollen auf keinen Fall mehr dokumentieren müssen. „Wir werden nicht in Kauf nehmen, dass 300 zusätzliche Items dokumentiert werden müssen, um die bestmöglichste, fairste, komplett durchmodellierte Aussage zu  bekommen.“  Auch IQM werde die Wahrheit über die Krankenhausqualität nicht herausfinden“, so Kuhlen. „Aber so gut wie möglich wollen wir schon herankommen.“

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Autor

 Florian Albert

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