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Digitalisierung

EU-Kommission macht Vorschläge für europäische Patientenakte

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Alle Bürger in der Europäischen Union sollen künftig grenzüberschreitend auf ihre elektronische  Patientenakte zugreifen können. Das will die EU-Kommission mit einem neuen System erreichen, zu dem die Brüsseler Behörde in dieser Woche Empfehlungen vorgelegt hat. Ziel ist unter anderem ein europäisches Format zu schaffen, mit dem die Patientenakten sicher über Ländergrenzen hinweg ausgetauscht werden können.

Ein Großteil der Mitgliedstaaten hat sich bereits auf den grenzüberschreitenden Austausch von Patientenkurzakten, die beispielsweise Informationen über Allergien und frühere Krankheiten enthalten können, sowie elektronische Verschreibungen geeinigt. Manche setzen die Vorhaben bereits um: Seit Kurzem können etwa finnische Bürger in Estland Arzneimittel mit einer elektronischen Verschreibung kaufen. Luxemburgische Ärzte werden bald auf Patientenkurzakten tschechischer Patienten zugreifen können. In manchen EU-Ländern haben die Bürger aber noch nicht einmal in ihrem eigenen Land Zugriff auf ihre Patientenakte.

Die Kommission schlägt nun vor, die Austauschmöglichkeiten auf weitere Bereiche auszuweiten: auf Laboruntersuchungen, Krankenhaus-Entlassungsberichte sowie medizinische Bildgebung. Zudem macht die Kommission Vorschläge zu den technischen Vorgaben für den Austausch von Patientenakten. Um daran zu arbeiten, sollen sich die Kommission und die Mitgliedsstaaten künftig austauschen. Dabei sollen Vertreter aus der Industrie, der Gesundheitsberufe und Patientenvertreter auf EU- und nationaler Ebene ihre Vorstellungen einfließen lassen.

EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis sieht nicht nur die Möglichkeit, die Qualität der Gesundheitsversorgung durch die Zusammenarbeit zu verbessern. Durch den Zugriff auf die Daten aus dem Ausland werde es zudem weniger wahrscheinlich, dass teure medizinische Untersuchungen, wie Laboranalysen, wiederholt werden müssten. Die EU-Kommission erhofft sich zudem Vorteile für die medizinische Forschung, wenn Daten leichter gemeinsam genutzt werden könnten.

Autor

 Hendrik Bensch

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