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Streit zu Klinikabrechnungen

Kommunale Krankenhäuser fordern zügige MDK-Reform

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Angesichts der fortlaufenden Auseinandersetzungen zwischen Krankenhäusern und dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) hat die Arbeitsgemeinschaft Kommunaler Großkrankenhäuser (AKG) baldige Reformen angemahnt. Mittlerweile gebe es eine "manifestierte Misstrauenskultur" zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen, die zu einem "unverantwortlichen Ressourceneinsatz und einer unerträglichen Arbeitsbelastung bei den Mitarbeitern" führe, erklärte der AKG-Vorsitzende Matthias Bracht in einer Pressemitteilung. Der MDK solle deshalb zu einer unabhängigen Bundesbehörde umgewandelt werden, fordert der Interessenverbund von 22 Großkrankenhäusern und Krankenhausverbünden aus dem gesamten Bundesgebiet.

Zwar sei eine Reform des MDK im Koalitionsvertrag festgehalten worden, merkte AKG-Geschäftsführer Helmut Schüttig an. „Die unzähligen Gesetzesvorhaben aus dem Gesundheitsministerium binden die politischen Akteure in Berlin derzeit dermaßen, dass völlig unklar erscheint, wie und wann dieses Thema noch Einzug in die Gesetzgebung erhält.“ Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD angekündigt, sie wollten beim MDK die "Unabhängigkeit gewährleisten und für bundesweit einheitliche und verbindliche Regelungen bei ihrer Aufgabenwahrnehmung Sorge tragen".

Nach AKG-Angaben liegt die durchschnittliche Reklamationsquote bei den Kliniken des Interessenverbunds bei rund 22 Prozent aller stationären Krankenhausfälle. "Dabei gehen einzelne Kassen immer stärker auch dazu über, schon bei der sachlich rechnerischen Prüfung kleinste Korrekturen – ohne Auswirkungen auf die Rechnungsstellung – zu fordern, um die fälligen Aufwandsentschädigungen zu umgehen", teilte die AKG mit. Die höchsten Prüfquoten gebe es bei den Komplextherapieleistungen. "Hier sind detaillierte Strukturanforderungen zu erfüllen, die vielfach nur die großen Einrichtungen und Maximalversorger bereitstellen können." Die AKG wirft dem MDK vor, der Dienst nutze bereits geringe Dokumentationsversäumnisse, um bei vollständig erbrachter Leistung die Therapien aus formalen Gründen aus der Abrechnung zu streichen. Nachträgliche Rechnungsänderungen bei teuren Fällen wie diesen würden die Verluste der Krankenhäuser steigen lassen.

Die AKG fordert deshalb, den MDK zu einer Bundesbehörde umzuwandeln. Dadurch solle er zu einer "vollständig unabhängigen Institution mit erweitertem Handlungsspielraum und unparteiische[n] Partner der Selbstverwaltung" weiterentwickelt werden. Nach den Vorstellungen der AKG solle der MDK dann gemeinsam mit den Selbstverwaltungspartnern für rechtssichere und auslegungsfreie Kodierrichtlinien mit gemeinsamer Kommentierung aller Verhandlungspartner sorgen.

Autor

 Hendrik Bensch

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