250
Passwort vergessen

Antwort auf Untergrenzen und Pflexit

DKG und Pflegerat entwickeln Instrument zur Personalbemessung

  • News des Tages

In einer fulminanten Rede erklärte DKG-Präsident Gerald Gaß gestern Abend, dass die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sich mit dem Deutscher Pflegerat (DPR) zusammengetan hat, um ein Instrument zur Pflegepersonalbemessung zu entwickeln. Auch an einer Strukturbereinigung der Kliniklandschaft will sich die DKG stärker beteiligen. 

„Der Einsatz von Pflegekräften braucht einen Ordnungsrahmen, der Verlässlichkeit und Planungssicherheit gibt“, sagte DKG-Chef Gaß auf dem Frühjahrsempfang seines Verbandes in Berlin. Wie die DKG heute in einer Presseerklärung weiter erläuterte, will sie mit DPR, Pflegekammern und Gewerkschaften ein Personalbemessungsinstrument entwickeln, das eine angemessene Pflegepersonalausstattung definiere und die  Pflegepersonaluntergrenzen überflüssig mache.

Gemeinsam wolle man einen „Ganz-Haus-Indikator“ entwickeln, der neben klassischen Klinikkennzahlen auch Akademisierung der Pflege und Digitalisierung berücksichtigt. Genaueres war am Abend von der DKG nicht zu erfahren. Das Personalbemessungsinstrument ist die politische Antwort auf die gerade eingeführten und bei Krankenhäusern unbeliebten Personaluntergrenzen in der Pflege. „Die haben nichts verbessert, weder für den Patienten noch für die Pflegekräfte“, sagte Gaß.

Mit dem neuen Instrument solle ein Krankenhaus anhand seines Versorgungsauftrags bewertet werden und weiterhin selbst entscheiden können, wo es Pflegekräfte einsetzt. Die Idee basiert auf einem Vorstoß des Pflegerats: DPR-Chef Franz Wagner fordert in der aktuellen f&w ein solches Pflegepersonalbemessungsinstrument. Ziel müsse es sein, so Wagner, pflegebedarfsbezogen die Funktion der Pflegepersonalregelung (PPR) weiterzuentwickeln („PPR 2.0“) und damit die Unterschiede der pflegerischen Versorgung aufzuzeigen. Wie ein solches Instrument konkret aussehen soll, wollen DKG und DPR nun ausarbeiten.

Für seine fulminante Rede auf dem Frühjahrsempfang erntete der DKG-Chef viel Applaus. Gaß signalisierte auch, dass sich die DKG in der Diskussion um Krankenhausschließungen zukünftig konstruktiv einbringen wolle. „Wir wissen, dass die Krankenhauslandschaft nicht ideal ist“, so Gaß. Die DKG habe beschlossen, an einem Veränderungsprozess aktiv mitzuwirken. Unkontrollierte Schließungen, wie sie derzeit standfinden, seien der falsche Weg.

Mit diesen beiden Themen hat Gaß den Auftakt gemacht für eine diskursive Woche. Denn morgen startet das 18. Nationale DRG-Forum mit über 1.500 Teilnehmern. Pflegepersonalbemessung und Strukturbereinigung der Kliniklandschaft sind nur einige der Klinikthemen, die dort im Fokus stehen.

 

(Meldung aktualisiert am 20.März um 13:55 Uhr).

Autor

 Jens Mau

Zur Übersicht

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Unsere Zeitschriften

f&w

Pflege und Krankenhausrecht

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich