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18. Nationales DRG-Forum

Leber: Digitalisierungsdefizit beheben

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„Seit ich im Gesundheitswesen tätig bin, gibt es einen Pflegenotstand – also nicht kausal“, scherzte GKV-Experte Wulf-Dietrich Leber zu Beginn seines Vortrages. Dass die Politik nun die Pflege einmal mehr zu einem zentralen Thema der Legislaturperiode erhoben habe, sei eigentlich der Altenpflege geschuldet, nicht der Pflege im Krankenhaus. „Wir haben eine Art politischen Kollateralschaden erlebt“, kritisierte Leber. Fakt sei, dass die Zahl der Vollkräfte in der Pflege im Krankenhaus seit 2007 steige, gleichzeitig die Zahl der Belegungstage sinke. „Je älter die Bevölkerung wird, desto weniger liegt sie im Krankenhaus. Sie liegen stattdessen in den Altenheimen.“ Und so sollten auch die 13.000 neuen Stellen in der Altenpflege geschaffen werden, nicht in der Krankenhauspflege.

Der nun beschlossene Pflexit und die Selbstkostendeckung werden zu einer Maximierung der Kosten führen, prophezeite Leber. Er erwartet, dass die Politik bald ein Nachbesserungsgesetz nachlegen werde, um Umbuchungstricks im Krankenhaus zu verhindern. Pflegekräfte werden nach Lebers Überzeugung bald wieder zur Raumpflege eingesetzt, Altenpflege und Rehakliniken drohen leergekauft zu werden. Allerdings erwarte er nicht, dass dem DRG-Pflege-Split eine DRG-Abwicklung folgen werde. „Der Brexit ist nicht das Ende des europäischen Gedankens, und der Pflexit ist auch nicht das Ende der leistungsorientierten Vergütung.“ Leber empfahl einen behutsamen Übergang und eine integrale Vergütung. „Nirgendwo steht: Schaff die DRG ab! Und daran sollten wir uns halten“, riet Leber den anwesenden Krankenhausmanagern. 

Leber kritisierte zudem das aus seiner Sicht offensichtliche Digitalisierungsdefizit in den Krankenhäusern. Es sei absurd, dass Krankenhäuser nicht wüssten, wie viele Pflegekräfte wie viele Patienten versorgten. „Man braucht auf Dauer ein System, wo Belegung und Personal zusammengeführt werden.“ Viele Klagen über die vermeintliche Bürokratisierung ließen sich durch eine bessere Digitalisierung lösen. Ähnliches gelte für die bislang unzureichende Risikoadjustierung bei den Personaluntergrenzen. Die seien in ihrer derzeitigen Form „primitiv“. Es sei eben ein großer Unterschied, ob drei frischoperierte Patienten auf einer Station liegen, oder nicht. 

Autor

 Florian Albert

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