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EU-weiter Vergleich

Deutsche Krankenhäuser bei Digitalisierung im Rückstand

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Deutsche Krankenhäuser liegen im EU-weiten Vergleich bei der Digitalisierung zurück. Zudem hat sich der Abstand zum europäischen Durchschnitt in den vergangenen Jahren vergrößert, hat eine Untersuchung für den Krankenhaus-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) ergeben, der heute veröffentlicht wurde. Insbesondere kleinere Kliniken sind demnach bei der Digitalisierung noch nicht so weit.

Für den Vergleich haben die Autoren der Technischen Universität (TU) Berlin das „Electronic Medical Record Adoption Model (EMRAM)“ herangezogen. Bei dem Evaluierungstool können Krankenhäuser eine Stufe von 0 bis 7 erreichen. Stufe 0 bedeutet, dass kaum digital gearbeitet wird, während Stufe 7 einem papierlosen Krankenhaus entspricht. Für die Studie haben die Autoren Daten von 167 deutschen Krankenhäusern aus dem Jahr 2017 ausgewertet, die nach dem EMRAM-Modell zertifiziert sind. Deutschland liegt demnach mit einem Wert von 2,3 unter dem EU-Durchschnitt von 3,6. Länder wie die Niederlande (4,8), Dänemark (5,4) oder auch die USA (5,3) kommen auf höhere Werte. Zudem hat sich der Abstand Deutschlands zum europäischen Durchschnitt innerhalb der vergangenen Jahre vergrößert: Im Jahr 2011 lag er noch bei 0,2 auf der EMRAM-Skala.

Von den untersuchten Kliniken in Deutschland erreichten fast 40 Prozent nur die Stufe 0. Lediglich zwei Krankenhäuser der Maximalversorgung erfüllten die Anforderungen der Stufe 6. Die Stufe 7 erreichte kein zertifiziertes Haus in Deutschland, wobei es auch weltweit nur sehr wenige davon gibt. Den größten Rückstand unter den deutschen Krankenhäusern haben laut der Untersuchung diejenigen mit weniger als 200 Betten: Sie kommen auf einen durchschnittlichen  EMRAM-Wert von 1,3. Die Kliniken mit über 500 Betten erzielten mit einen Wert von 3,4 fast den Wert des EU-Durchschnitts.

Als Ursachen für den niedrigen Wert in Deutschland sehen die Autoren neben Lücken in der Standardisierung und dem lahmenden Breitbandausbau insbesondere den Investitionsstau. Zuletzt haben zwar Bundesländer wie Sachsen zusätzliche Gelder für die Digitalisierung in Krankenhäusern bereitgestellt. Von Seiten der Krankenhäuser wird jedoch auch immer wieder beklagt, dass die Bundesländer Möglichkeiten zur Förderung, wie etwa durch den Krankenhausstrukturfonds, nicht nutzen.

Autor

 Hendrik Bensch

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