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Helios-Pflegekongress

Helios-CMO Meier-Hellmann: „Wir betreiben stationär viel zu viel Aufwand“

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Nullwachstum, Ambulantisierung und die Diskussion um Klinikschließungen – wie Deutschlands Klinikriese Helios auf die Veränderungen im Klinikmarkt reagiert, ließ Andreas Meier-Hellmann, Geschäftsführer Medizin (CMO), am Rande eines Pflegekongresses für Helios-Mitarbeiter durchblicken.

Die Verweildauer in Helios-Kliniken liege einen Tag unter dem der DRG-Kalkulation und zwei Tage unter dem Durchschnitt deutscher Krankenhäuser, erklärte Meier-Hellmann. Eine hohe Verweildauer sei ein deutsches Phänomen, ergänzte der Manager mit Verweis auf Krankenhauszahlen aus dem Ausland. Er empfahl den Blick über den Tellerrand auch für die Diskussion um den Pflegemangel in Deutschland. Denn im Vergleich zu anderen Industrieländern sei der Anteil der Pflegekräfte in Deutschlands stationären Einrichtungen gut. Im Europa-Vergleich steht Deutschland bei der Anzahl von Pflegekräften, die auf 1.000 Einwohner kommen, an dritter Stelle – hinter Dänemark und Finnland. „Doch wir betreiben stationär viel zu viel Aufwand“, monierte Meier-Hellmann und spielt damit auf den derzeit heiß diskutierten Strukturwandel an. Heißt das, es gibt zu viele Kliniken und auch Helios müsste einige dicht machen? Meier-Hellmann blieb vage: Man werde sich einem Wandel nicht verschließen.

Das Nullwachstum im stationären Sektor beeinflusst offenbar auch die Strategie des größten deutschen Klinikkonzerns. Helios wolle die Spezialisierung in komplexen Medizinfeldern vorantreiben, verriet der CMO. Derzeit plant der Konzern etwa, sieben bis acht Standorte zu onkologischen Zentren weiterzuentwickeln, um die herum Helios die Versorgung verzahnen will. „Wir schauen nicht nur auf den stationären Markt“, so Meier-Hellmann. Helios betreibt derzeit 126 Medizinische Versorgungszentren (MVZ). Die Zahl soll weiter wachsen. „Wir wollen zunehmend Synergien zwischen den Sektoren schaffen“, unterstrich Meier-Hellmann. Auch die Vergütung schiebe die sektorenübergreifende Versorgung zumindest teilweise an –  beispielsweise durch die Hybrid-DRGs. Welche Kliniken der Konzern zu onkologischen Zentren ausbaut, steht noch nicht fest. Die Konzernleitung ist derzeit mit den medizinischen Leitern der Kliniken im Gespräch.

All dies erklärte Meier-Hellmann zum Auftakt des Helios Pflegekongresses in Berlin. Dort startete Helios auch eine bundesweite Pflege-Recruiting-Kampagne mit dem Claim „Der wichtigste Job der Welt“. Bundesweit will Helios bis zum Jahresende so 1.000 neue Pflegekräfte gewinnen. In den 86 deutschen Helios-Kliniken sind derzeit rund 20.000 Pflegekräfte beschäftigt, neben rund 12.000 Ärzten.

Das Stagnation der Fallzahlen ist auch das Titelthema der neuen f&w, die heute erscheint.

Autor

 Jens Mau

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