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MDK präsentiert Zahlen für 2018

„Viele versuchen derzeit, uns schlecht zu reden“

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2018 hat der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) 3.018.000 Krankenhausleistungen geprüft, davon waren 2.580.000 Gutachten zu Krankenhausabrechnungen. Tendenz weiter steigend: Zwischen 2014 und 2018 ist die Zahl der Abrechnungsprüfungen von rund 1,9 Millionen auf 2,6 Millionen angestiegen. Am Ergebnis der zurückliegenden Jahre hat sich kaum etwas geändert: Jede zweite geprüfte Rechnung führte zu Rückerstattungsansprüchen der Kassen.

Für die sich stetig nach oben drehende Prüfspirale hat Ulf Sengebusch, Geschäftsführer des MDK Sachsen, eine logische Erklärung: „Jede zweite Rechnung ist falsch. Das heißt, je mehr wir prüfen, desto mehr Rückerstattungen sind für die Kassen zu erwarten. Das ist halt so.“ Er unterstrich jedoch, dass der MDK kein Interesse habe, noch mehr Fälle zu prüfen. Um das zu verhindern fordert der MDK bekanntlich Sanktionen für Falschabrechnungen im Krankenhaus. „Ich vergleiche das immer mit einem Schwarzfahrer. Wenn der erwischt wird und nur den Ticketpreis zahlen muss, führt das nicht zu mehr verkauften Tickets, sondern zu mehr Kontrolle.“

Pick: "Das nervt uns"

Großes Thema auf der Pressekonferenz war natürlich der in den nächsten Monaten erwartete Entwurf des Gesundheitsministers für ein MDK-Gesetz. „Viele Interessengruppen versuchen derzeit, die Fachlichkeit des MDK schlecht zu reden – das nervt uns“, monierte Dr. Peter Pick, Geschäftsführer Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes der Krankenkassen (MDS). Er wünscht sich unter anderem vom Minister, dass alle MDK per Gesetz zu Körperschaften öffentlichen Rechts gemacht werden. Derzeit besitzt diesen Status nur ein Teil der ehemals westdeutschen MDK – weil sie noch vereinzelt Beamten beschäftigen.

Einigkeit zwischen Kliniken und MDK herrscht darüber, dass sich das System mit mehreren Millionen Einzelprüfungen so nicht fortführen lässt. Sengebusch befürwortet systematische Stichprobenprüfungen: Sollte eine Klinik auffällig werden, müsste nach einem Jahr erneut geprüft werden, und dann wären gegebenenfalls harte Sanktionen fällig. Wie diese Stichproben hochgerechnet werden und auf wie viele Einzelprüfungen man so verzichten könnte, erklärten die MDK-Repräsentanten jedoch nicht. Damit befindet sich der Dienst in guter Gesellschaft, denn einen echten Plan für einen Systemwechsel haben bisher weder Kliniken, noch Kassen, noch das Ministerium präsentiert. Auch deshalb warten alle so gespannt auf den Gesetzentwurf. 

MDK will keine Unabhängigkeit von den Kassen

Minister Jens Spahn hat angedeutet, dass er den MDK unabhängiger von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) machen will – das ist ein Gedanke, mit dem sich der MDK bisher nicht anfreunden möchte. Der Dienst wird derzeit je zur Hälfte von den Krankenkassen und der Sozialen Pflegeversicherung bezahlt. Die Gesamtkosten des MDK beliefen sich 2018 auf 861 Millionen Euro. Die Umlage je Mitglied der Krankenkassen betrug im Durchschnitt 15,72 Euro. Auch Spahns Idee, das Prüfsystem für private Gutachter zu öffnen, lehnt Pick ab: „Wir sehen Begutachtung nicht als Wettbewerbsfeld.“ Unabhängige Bewertung würde im Wettbewerb eher schwieriger werden, so Pick.

 

In der nächsten f&w-Ausgabe (Erscheinungstermin: 2.Mai) ist die Reform des MDK übrigens die Top-Story. Die Frage, was bei einer MDK-Reform wichtig ist, haben uns Vertreter von Kliniken, Kassen, dem MDK und Politiker beantwortet. Einzelne Statements können Sie in den kommenden Tagen bereits auf unserer MDK-Themenseite lesen. 

 

 

Autor

 Jens Mau

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