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Notfallversorgung

KBV stellt Software für Notfall-Disponenten vor

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Die  Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat für ihre Leitstellen ein softwaregestütztes Ersteinschätzungsverfahren aus der Schweiz adaptiert. Die Software soll aber nicht nur Notfall-Disponenten, sondern auch Patienten in einer App zur Verfügung stehen. Smed (Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland) soll dem Leitstellen-Personal der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) helfen, Patienten, die sich unter der Nummer 116117 melden, in die richtige Versorgungsebene zu vermitteln.

Grundlage von Smed ist ein in der Schweiz erprobtes Ersteinschätzungsverfahren, welches das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) für Deutschland adaptiert hat. Abgefragt werden Patientendaten wie Geschlecht und Alter, chronische Krankheiten, Vorerkrankungen und Medikation, Leitsymptome und Begleitbeschwerden. Die Software unterstützt die strukturierte Abfrage. Das Ergebnis sei keine Diagnose, sondern eine Einschätzung der Dringlichkeit, erklärt die KBV. "Das zentrale Ziel von Smed ist es, abwendbar gefährliche Krankheitsverläufe mit hoher Sicherheit zu erkennen", so Dominik von Stillfried, Geschäftsführer des ZI. Neben der Einordnung der Beschwerden bietet Smed auch eine Dokumentation für die Weiterbehandlung. Auch eine App der Software, die Patienten nutzen sollen, will die KBV bauen lassen.

50 Prozent der Anrufer wird Selbstbehandlung empfohlen

Die medizinischen Inhalte des Systems basieren auf dem Projekt 'Red Flags' des Instituts für Hausarztmedizin der Universität Bern, bei dem mehr als 250 wissenschaftliche Arbeiten berücksichtigt wurden. "In der Schweiz haben wir sehr gute Erfahrungen mit dem System gemacht. Bei etwa 50 Prozent der Anrufenden ist eine Selbstbehandlung empfohlen worden. Bei weniger als einem Prozent lag ein lebensbedrohlicher Notfall vor, der andernfalls vielleicht übersehen worden wäre", erklärte Andreas Meer, Geschäftsführer der Schweizer In4medicine AG, die das Ersteinschätzungssystem Smass (Swiss Medical Assessment System) konzipiert hat. Für die Bereitstellung der Software in Deutschland hat das ZI einen Kooperationsvertrag mit In4medicine geschlossen.

Smed wird derzeit in dem vom Innovationsfonds geförderten Projekt Demand getestet. Ab diesem Sommer will die KBV die Software für ein bundesweit einheitliches Ersteinschätzungsverfahren in Ihren 17 Leitstellen verwenden. Die Disponenten sind nicht-ärztliches medizinisches Fachpersonal, das in Zukunft speziell mit der Software trainiert werden soll. Auch Portalpraxen, die schon jetzt von Kliniken und KVen betrieben werden, können Smed nutzen.

Autor

 Jens Mau

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