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Pflegepersonaluntergrenzen

Gaß moniert "rückwärtsgewandte Anreize"

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Die Pflegepersonaluntergrenzen in der Pflege spalten die Gesundheitsszene. Die Krankenkassen halten sie für ein richtiges Mittel gegen den Pflegenotstand in Kliniken. Die Manager vieler Krankenhäuser ächzen: Ihre Mitarbeiter müssten zu viel dokumentieren, es komme zu künstlich herbeigeführten Personalengpässen, die Untergrenzen hätten wenig mit der Versorgungsrealität zu tun. Mittlerweile sind die Untergrenzen, die Gesundheitsminister Jens Spahn 2018 mit einer Ersatzvornahme durchgepeitscht hatte, fünf Monate im Einsatz und es gibt eine erste Auswertung des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). Derzufolge halten die Kliniken die Untergrenzen in 90 Prozent der Fälle ein, die Werte für einzelne Bereiche zeigen allerdings Abweichungen. In der Intensivmedizin werden die vorgegebenen Werte mit höheren Quoten erreicht als in der Geriatrie.

„Die sich bei der schichtbezogenen Betrachtung zeigenden höheren Unterschreitungswerte müssen näher untersucht werden. Die Tatsache der Unterschreitung sagt nichts über die Intensität der Unterschreitung aus. Ein Patient mehr oder eine kranke Pflegekraft, die in einer Schicht fehlt, können hier bereits ursächlich sein. Auch muss berücksichtigt werden, dass es sich nur um ganz grobe Erfassungen handelt. Weder die Schwere des Pflegebedarfs, noch das insgesamt eingesetzte Personal, insbesondere das Hilfspersonal und die Ärzte, werden in dem Verfahren berücksichtigt“, moniert Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Die restriktiven Vorgaben für das Pflegehilfspersonal setzten "rückwärtsgewandte Anreize für die moderne arbeitsteilige Organisation der Pflege", bemerkt Gaß. Rund siebenhunderttausend Schichten mussten erfasst und ausgewertet werden. „Ein nicht gerechtfertigter Aufwand“, konstatiert der DKG-Präsident. Gaß stellt aber auch klar, dass sich Häuser mit deutlich über dem Durchschnitt liegenden gerissenen Schichten um eine auskömmliche Besetzung kümmern müssen.

Die DKG fordert, dass die Vorgaben zu den einzelnen PPUG auf Basis der aktuellen Erkenntnisse angepasst werden. Erst danach könnten Sanktionen umgesetzt werden. Außerdem dürfen unabweisbare Notfalleinlieferungen nicht länger zu Lasten der Kliniken angerechnet werden.

Autor

 Jens Mau

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