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Orientierungswert von Andreas Beivers

Reha: Ein Fall für die Pflegeversicherung

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Im Jahr 2017 wurden laut Statistischen Bundesamt rund 9,7 Milliarden Euro für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen ausgegeben. Mit insgesamt rund 6,4 Milliarden Euro trägt heute vor allem die Gesetzliche Rentenversicherung einen Großteil der Kosten für Rehabilitation und die Leistungen der Teilhabe in Deutschland. Rund 4,2 Milliarden Euro entfielen 2017 dabei für "Leistungen zur medizinischen Rehabilitation".

Der gesellschaftliche Wandel wird jedoch schon bald dazu beitragen, dass sich die Finanzierungsanteile in diesem Bereich verändern werden. So wird sich das Motto "Reha vor Rente", woraus sich der Finanzierungsauftrag der Rentenversicherungsträger ableitet, bald überproportional in das Motto "Reha vor Pflege" wandeln. Dies werden auch die Kostenträger spüren. Spätestens zu Beginn der 2030er-Jahre, wenn die ersten Vertreter der Babyboomer-Generation pflegebedürftig werden, kommt hier ein "Ausgaben-Bumerang" auf die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zu, die hier in der Pflicht ist. Dies wird jedoch zu einer Zeit geschehen, in der noch vielfältige andere Finanzierungsfragen zu lösen sind. Wie damit umgegangen werden soll und wie die Ausgaben dann finanziert werden sollen, bleibt bis dato unbeantwortet. 

Reformen zur Finanzierung der Gesetzlichen Pflegeversicherung (PGV) werden zwar diskutiert, doch scheint dieser – sehr wichtige Aspekt – ausgeklammert oder vergessen zu werden. Doch gerade um eine erhöhte Pflegelast in ambulanten und stationären (Pflege-)Einrichtungen zu verhindern – vor allem auch angesichts des aktuellen und zukünftigen Pflegemangels – scheint das Motto "Reha vor Pflege" –  sprich die Rolle der geriatrischen Rehabilitation –  wichtiger denn je zu sein. 

Es ist an der Zeit, jetzt nicht nur Versorgungs-, sondern auch Finanzierungskonzepte für die Rehabilitation der Zukunft zu erarbeiten. Man könnte in diesem Zusammenhang im Übrigen auch politisch darüber diskutieren, ob es zukünftig nicht Aufgabe der Pflegeversicherung ist, diese Reha-Leistungen zu finanzieren – profitiert sie doch am meisten von einer Verhinderung der Pflegebedürftigkeit. Wenn dem aber so wäre, gilt es dies im Rahmen von Reformkonzepten umgehend zu berücksichtigen, denn: Die Zeit läuft!

Autor

Prof. Dr. Andreas Beivers

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