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Pflegeentgelte

Kliniken fürchten Liquiditätslücke

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Der Klinikverbund Hessen fürchtet erhebliche Liquiditätsprobleme für Kliniken, wenn am 1.Januar 2020 die Abrechnung der Pflegeentgelte beginnt. Nach Berechnungen des Verbandes hätten die meisten Krankenhäuser ab nächstem Jahr zunächst große Probleme, ihre Personalkosten zu finanzieren, heißt es in einer Pressemitteilung.

Hintergrund ist die Regelung der ab 2020 vorläufigen Abrechnung der neuen Pflegeentgelte. Krankenhäuser rechnen sodann einen Betrag von 130 Euro pro Belegungstag zur Finanzierung des Pflegepersonals ab, bis eine Vereinbarung des individuellen Pflegebdugets und Pflegeentgeltes getroffen wird. Gerade Krankenhäusern mit hohem Anteil pflegeintensiver Leistungen drohten deutlich weniger Einnahmen, als sie an Pflegepersonalkosten aufwenden müssten, warnt Clemens Mauerer, Vorstandsvorsitzender des Klinikverbundes Hessen. Der vorläufig festgesetzte Betrag von 130 Euro reiche kaum aus, um die in den DRG fehlenden Beträge auszugleichen.

"Dieser Effekt konterkariert die Zielsetzung des Pflegebudgets, die Pflegepersonalkosten vollständig und auskömmlich außerhalb der Fallpauschalen zu finanzieren", sagt Reinhard Schaffert, Geschäftsführer des Klinikverbundes. Eine solche Liquiditätslücke könne sich kein Krankenhaus leisten. Der tatsächliche Ausgleich der zustehenden Pflegekosten erfolge meist erst in den Folgejahren. "Bis dahin droht vielen Kliniken die Zahlungsunfähigkeit." Laut Klinikverbund Hessen sei der an der tatsächlichen DRG-Minderung angelehnte vorläufige Pflegeentgeltwert, den das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) im Rahmen der Entwicklung des Pflegeentgeltkataloges ermitteln könnte, eine bessere Alternative. Dazu müsste jedoch die bestehende gesetzliche Regelung in einem der laufenden Gesetzgebungsverfahren noch in diesem Jahr angepasst werden. 

Im Klinikverbund Hessen haben sich alle hessischen Krankenhäuser in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft sowie die hessischen Spitzenverbände der Trägerorganisationen (Hessischer Landkreistag, Hessischer Städtetag und Hessischer Städte- und Gemeindebund) zusammengeschlossen.

Autor

 Philipp Schwehm

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