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Reaktion auf Studie der Weissen Liste

Fachgesellschaft: Mindestmengen bei Nierentransplantation "widersinnig"

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Als Reaktion auf die kürzlich erschienene Studie der Weissen Liste zu Mindestmengen bei komplexen Eingriffen im Krankenhaus hat die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) die Regelung für Nierentransplantationen scharf kritisiert. Die Vorgabe für die Transplantation "entbehrt jeder Berechtigung und führt dazu, dass Fehlanreize gesetzt werden", heißt es in einer Pressemitteilung der Fachgesellschaft. "Es ist höchste Zeit, diese fehlerhafte Regelung aufzuheben."

Mindestmengen-Regelungen gibt es derzeit für sieben Bereiche. Dazu gehören unter anderem der Einsatz von künstlichen Kniegelenken und Lebertransplantationen. Die Studie der Weissen Liste und des Science Media Centers hatte ergeben, dass rund 40 Prozent der Kliniken, die die komplexen Eingriffe vornehmen, die Mindestmengen-Werte unterschreiten.

Bei Nierentransplantationen gilt ein Mindestwert von 25 Fällen pro Jahr. Erfüllen Transplantationszentren die Vorgabe nicht, laufen sie Gefahr, dass die Eingriffe im Folgejahr nicht mehr vergütet werden. Bei Nierentransplantationen seien Vorgaben zur Anzahl der Eingriffe jedoch "widersinnig", kritisiert die DGfN. Grundlage für eine Mindestmengenregelung müsse es sein, dass es sich um planbare Eingriffe handele, bei denen die Qualität des Behandlungsergebnisses "nachweislich" von der Menge der erbrachten Leistungen abhänge. Beides sei bei Nierentransplantationen nicht der Fall. Die Transplantationen seien nicht planbar. Zudem zeigten Daten aus dem Qualitätssicherungsbericht des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG), dass kleinere Zentren mit weniger als 20 Transplantationen geringfügig besser abschneiden als große. So lag das 3-Jahres-Transplantatversagen bei den großen Zentren mit über 20 Transplantationen im Jahr 2017 im Durchschnitt bei 6,5 Prozent, bei kleinen bei 5,5 Prozent. Ein Jahr nach einer Transplantation funktionierten in kleinen Zentren noch alle transplantierten Spendernieren, bei den Zentren mit einer höheren Zahl an Transplantationen waren es rund 96 Prozent.

"Wir hoffen, dass vor dem Hintergrund der Entrüstung über die mangelnde Compliance von Kliniken gegenüber Mindestmengenregelungen der Sinn solcher Regelungen auf den Prüfstand gestellt und öffentlich diskutiert wird", erklärte der DGfN-Pressesprecher Jan C. Galle. Die Fachgesellschaft fordere deshalb erneut, dass die Mindestmengenvorgabe für Nierentransplantationen abgeschafft werde.

Autor

 Hendrik Bensch

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