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Pflege

Niedersachsen: Viele Perinatalzentren werden Personalvorgaben reißen

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Kaum eines der niedersächsischen Zentren für Früh- und Neugeborene wird die Vorgaben zum Pflegepersonal aus der „Richtlinie über Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Versorgung von Früh- und Reifgeborenen“ erfüllen können. Das ist das Ergebnis einer Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, die am Freitag vorgestellt wurde.

Im Auftrag der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG) hatten die Wissenschaftler des RWI Daten aus den Jahren 2017 und 2018 ausgewertet. Sie untersuchten, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Perinatalzentrum die Kriterien aus der Richtlinie erfüllt. Demnach müssen die Personalvorgaben in mindestens 95 Prozent aller Schichten erfüllt sein. Zudem darf eine Klinik den Personalschlüssel nicht in mehr als zwei aufeinanderfolgenden Schichten verletzten. Erfüllen Krankenhäuser innerhalb eines Jahres eines der beiden Kriterien nicht, dürfen sie ab dem 1. Januar kommenden Jahres keine neonatologischen Leistungen mehr erbringen. Die RWI-Untersuchung hat nun ergeben, dass "die Mehrheit der Perinatalzentren mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Kriterien nicht erfüllen wird". Insbesondere die Vorgabe zu den zwei aufeinanderfolgenden Schichten werden die meisten Zentren voraussichtlich nicht erreichen.

Ausschlaggebend für die Situation sei nicht der fehlende Wille in den Krankenhäusern, so Thomas Beushausen, Ärztlicher Direktor des Kinder- und Jugendkrankenhauses "Auf der Bult" in Hannover. Zu den Gründen zähle vielmehr unter anderem, dass qualifiziertes Personal auf dem Arbeitsmarkt fehle. „Das sind Gründe, auf die das Krankenhaus praktisch keinen Einfluss hat“, so Beushausen. 

Die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft fordert nun angesichts der Ergebnisse die Mindestanforderung einer 1:1- beziehungsweise 1:2-Besetzung mit Pflegefachpersonal zu "flexibilisieren". Dass von dieser Mindestanforderung nur maximal zwei Schichten abgewichen werden könne, sei eine zu enge Vorgabe, so NKG-Verbandsdirektor Helge Engelke. Die Kliniken bräuchten zudem mehr Möglichkeiten, neben Kinderintensiv-Fachpflegekräften auch langjährig im Bereich der Neonatologie tätige Pflegekräfte einsetzen zu dürfen, um die Vorgaben zu erfüllen. Hier sollten die Übergangszeiträume für die Anerkennung der Pflegekräfte ebenfalls erweitert werden. 

Im Gemeinsamen Bundesausschuss zeichnete sich in der vergangenen Woche ab, dass die Übergangsregelung für die Personalvorgaben über das Jahresende hinaus verlängert wird. Im Juli soll nun ein Stellungnahmeverfahren dazu eingeleitet werden, wie die Vorgaben angepasst werden sollen.

Autor

 Hendrik Bensch

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