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Notfallversorgung

KBV und Marburger Bund gegen eigenständigen Sektor für Notfallversorgung

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Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Marburger Bund (MB) haben ihre Reformideen für die Notfallversorgung weiter konkretisiert. In einem Papier haben sie festgehalten, wie eine gemeinsame Anlaufstelle für die Akut- und Notfallversorgung aussehen und wie die Ersteinschätzung bei Notfallpatienten ablaufen soll. Sie betonen in dem Dokument den Grundsatz "ambulant vor stationär". Einen eigenständigen neuen Sektor für die Notfallversorgung lehnen sie ab.

Bereits im September 2017 hatten die KBV und der MB ein gemeinsames Konzept zur Reform der Notfallversorgung vorgelegt. Ihr Konzept sieht zentrale Anlaufstellen für Akut- und Notfallpatienten an Krankenhäusern vor. Für die weniger dringenden Fälle soll eng mit den Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) zusammengearbeitet werden. Durch den Ausbau der deutschlandweiten Rufnummer 116117 des vertragsärztlichen Bereitschaftsdienstes und die Verknüpfung mit der Notrufnummer 112 werde die Struktur etabliert, um eine Weiterleitung und schnelle Terminvergabe zu ermöglichen, heißt es in dem Papier.

Die Notfallversorgung soll dabei nach den Vorstellungen der beiden Ärzteverbände kein neuer Sektor werden, wie derzeit noch diskutiert wird. "Statt die Notfallversorgung als eigenständigen dritten Sektor zu etablieren, verfolgen wir einen integrativen Ansatz", erklärte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KBV, Stephan Hofmeister, in einer Pressemitteilung. Man benötige "keinen neuen Sektor Notfallversorgung mit neuen Schnittstellen zu anderen", unterstrich auch der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, "sondern einen vernünftigen bundeseinheitlichen Rechtsrahmen, der Standards setzt.“

Bei den zentralen Anlaufstellen solle "wenn immer dies möglich ist" der Grundsatz "ambulant vor stationär" gelten, heißt es in dem gemeinsamen Papier. Die Ersteinschätzung an einem gemeinsamen Tresen soll rund um die Uhr durch eine "entsprechend geschulte, erfahrene medizinische Fachkraft durchgeführt und dokumentiert werden". Die medizinische Fachkraft soll in ein ärztlich geleitetes Team integriert sein und bei Unklarheiten einen Arzt hinzuziehen. Fokus der Anlaufstellen soll unter anderem sein, die stationäre Notfallversorgung zu entlasten. Die Anlaufstellen sollten hingegen beispielsweise keine langfristigen Verordnungen von Arzneimitteln vornehmen.

Marburger Bund und KBV wollen nun Kriterien dazu entwickeln, an welchen Standorten die Anlaufstellen angesiedelt sein könnten. "Da nicht an jedem Krankenhausstandort eine gemeinsame Anlaufstelle eingerichtet werden kann, wird es an den Häusern mit gemeinsamer Anlaufstelle zu einer Konzentration der Akutversorgung und somit anteilig auch zu einer Zunahme der stationär aufzunehmenden Patientinnen und Patienten kommen", heißt es in dem Papier.

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, erklärte zu dem Papier der Ärzteverbände, es sei gut, dass die KBV anerkenne, dass die ambulante medizinische Notfallversorgung in Zukunft in den Krankenhäusern stattfinden solle. "Damit geht die Zuständigkeit auf die Träger der Krankenhäuser über, die über den Personaleinsatz im Krankenhaus und über Kooperationsmöglichkeiten mit niedergelassenen Ärzten eigenverantwortlich entscheiden werden."

Autor

 Hendrik Bensch

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