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Missbrauchsverdachtsfälle am Universitätsklinikum des Saarlandes

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Am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg ist es möglicherweise zu sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen gekommen. Das hat gestern der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Wolfgang Reith, mitgeteilt. Ein Assistenzarzt soll nicht notwendige Untersuchungen vorgenommen und als Routinemaßnahmen dargestellt haben.

Der Assistenzart war zwischen 2010 und 2014 in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie beschäftigt. Er soll vermutlich aus sexuellen Motiven heraus medizinisch nicht notwendige Untersuchungshandlungen vorgenommen haben, teilte das Uniklinikum gestern per Pressemitteilung mit. Das Universitätsklinikum erstattete Ende 2014 Strafanzeige und kündigte dem Arzt fristlos. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte im Laufe der Ermittlungen mehr als 30 Krankenakten. Da der beschuldigte Assistenzarzt 2016 jedoch starb, konnten die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen nicht abschließen.

In der damaligen Situation entschieden die Staatsanwaltschaft und das Universitätsklinikum, möglicherweise betroffene Patienten über den Verdacht nicht zu informieren. "Für das UKS war dabei die Erwägung leitend, dass mit einer Information über evtl. nicht medizinisch notwendige Untersuchungshandlungen den Patientinnen und Patienten mehr geschadet als genutzt werde, wenn als normal empfundene Untersuchungen nachträglich in einem anderen Licht erscheinen", teilte das Uniklinikum mit. Die Ermittlungsbehörden seien nicht befugt gewesen, die Eltern zu informieren.

Wie das UKS bekanntgab, bewertete das Uniklinikum die Vorgänge dieses Jahr neu. Dabei ließ sich das UKS auch vom bundesweit anerkannten Experten zum Thema sexueller Kindesmissbrauch, Jörg M. Fegert, beraten. Das Uniklinikum entschied sich schließlich dafür, sich an die Patienten und deren Eltern zu wenden, deren Akten beschlagnahmt worden waren. Mit einer Pressekonferenz, die gestern stattfand, sollen weitere Betroffene erreicht werden.

Sowohl das Universitätsklinikum als auch das Land wollen die Vorfälle nun "umfassend aufklären", heißt es in der Pressemitteilung. "Das Universitätsklinikum bedauert die Vorfälle zutiefst", so Wolfgang Reith. "Wir erkennen unsere Verantwortung an und sehen uns als Institution in der Pflicht, daraus zu lernen."

Autor

 Hendrik Bensch

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