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Notfallversorgung

Viel Lob für Spahns Diskussionsentwurf

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Die Reaktionen auf den gestern vorgelegten Diskussionsentwurf zur Reform der Notfallversorgung von Gesundheitsminister Spahn (CDU) sind durchweg positiv.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) begrüßt den Entwurf. Dieser zeige eine richtige und wichtige Weichenstellung auf und mache deutlich, dass das Krankenhaus auch zukünftig der Ort sei, an dem die ambulante Notfallversorgung stattfindet. Auch die Verantwortung der Bundesländer für die Sicherstellung einer flächendeckenden und wohnortnahen Notfallversorgung sei ein richtiger Schritt für die Neuordnung des Systems. „Die bis dato im Gesetz verankerte Zuständigkeit bei den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) hat nicht funktioniert. Die Krankenhäuser stehen bereit gemeinsam mit den Ländern die Notfallversorgung zu organisieren“, sagte Gerald Gaß, Präsident der DKG.

Der Diskussionsentwurf zeige viele neue Ansätze und breche Sektorengrenzen auf, äußerte der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (KKVD) zum vorgelegten Diskussionsentwurf. Es sei richtig, in der Notfallversorgung die Kliniken zu zentralen Anlaufstellen für Patienten zu machen. Damit die Integrierten Notfallzentren (INZ) auch tatsächlich eine zentrale Lotsenfunktion übernehmen könnten, müssten die Länder bei der Auswahl der Standorte sorgsam vorgehen und dafür sorgen, dass die INZ auch im ländlichen Raum in erreichbarer Nähe bleiben. „Bei der konkreten Umsetzung sind die Unterschiede zwischen Ballungsgebieten und ländlichen Räumen zu beachten. Werden die Vorschläge des Diskussionsentwurfs aus dem Bundesgesundheitsministerium Realität, dann müssen viele kleinere Krankenhäuser ihre Notfallversorgung einschränken oder einstellen", sagte Bernadette Rümmelin, Geschäftsführerin des KKVD.

Auch die SPD unterstützt die Pläne von Jens Spahn. Fraktionsvize und Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach äußerte gegenüber der Rheinischen Post (RP), dass die Notfallversorgung in Deutschland besser organisiert werden müsste und in Deutschland mehr Menschen als in anderen Industrienationen durch eine falsche Krankenhauszuweisung sterben würden. Gründe dafür seien, dass Patienten mit leichten Erkrankungen zu oft die Notaufnahmen blockierten und Patienten in die falschen Krankenhäuser gebracht werden würden. Zwischen Lauterbach und Spahn bestehe Einvernehmen, dass es eine Neuregelung brauche. Er sei sicher, dass die Länder mitziehen werden, denn "auch sie sehen den dringenden Handlungsbedarf", sagte Lauterbach der RP.

Positives gab es auch von Seiten der Ärzteschaft. Der Diskussionsentwurf liefere endlich konkrete Schritte zur längst überfälligen Reform der Notfallversorgung, heißt es von der Bundesärztekammer (BÄK). "Die neuen Vorschläge, so auch die geplante Einrichtung von gemeinsamen Notfall-Leitstellen oder die Reorganisation des Rettungsdienstes, bieten grundsätzlich eine gute Grundlage für den weiteren Dialog, sagte Klaus Reinhardt, Präsident der BÄK. Dabei gelte „Qualität vor Schnelligkeit", beispielsweise beim geplanten Zusammenspiel zwischen Kliniken, Kassenärztlichen Vereinigungen, den Bundesländern sowie den Ärztekammern, aber auch bei Fragen zur notwendigen Personalverfügbarkeit, der Qualifikation sowie verlässlicher Regelungen einer extrabudegtären, additiven Finanzierung.

Zuspruch und dennoch Kritik äußerte der Marburger Bund (MB). Im Ziel sei man sich einig, dass die überfüllten Notaufnahmen in den Krankenhäusern dringend entlastet werden müssen, um ihren eigentlichen Aufgaben gerecht werden zu können. "Wir brauchen mehr Kooperation und Integration aller Beteiligten an der Notfallversorgung. Auf dem Weg dorthin dürfen durch den Gesetzgeber aber nicht zusätzliche Hürden errichtet werden", kommentierte Susanne Johna, Bundesvorstandsmitglied des MB und verwies auf ein drohenden "Kompetenzwirrwarr" und langwierigen Gesetzgebungsprozess zwischen Ländern, KVen und G-BA. Alternativ könnte bereits ein ärztliches Konzept umgesetzt werden, das mit deutlich geringerem organisatorischem Aufwand zu einer Entlastung der Notaufnahmen führen würde. 

Autor

 Philipp Schwehm

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