250
Passwort vergessen

Pflege

DKG, Verdi und Pflegerat zelebrieren Schulterschluss

  • News des Tages
  • DKG, Verdi und Pflegerat zelebrieren Schulterschluss

DKG, Pflegerat und Verdi haben bekräftigt, dass sie gemeinsam ein Pflegepersonalbemessungsinstrument entwickeln. Derzeit arbeitet eine Expertengruppe um Patrick Jahn (Pflegeforscher der Uniklinik Halle) ein Konzept aus. Das Instrument basiert auf der Pflege-Personalregelung (PPR), die 1993 in Kraft trat und drei Jahre später wieder außer Kraft gesetzt wurde. Die Expertengruppe sei dabei, die PPR zu modifizieren, erklärte Andrea Lemke, Präsidiumsmitglied des DPR.

Bemerkenswert ist an diesem Projekt zum jetzigen Zeitpunkt in erster Linie, dass es eine Gemeinschaftssache von DPR, Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Gewerkschaft Verdi ist. Einen ähnlichen Schulterschluss hatte es zuletzt 2008 gegeben, als in einem beispiellosen Protestzug 130.000 Klinikmitarbeiter zur Rettung der Kliniken ans Brandenburger Tor gezogen waren. Insofern war die Pressekonferenz mit DKG-Präsident Gerald Gaß, Andrea Lemke und Sylvia Bühler (Verdi-Bundesvorstand) historisch. Inhaltlich lieferte sie jedoch wenig Neues. Erste Eckpunkte hatte der DPR bereits im März vorgestellt. Das, was er nun veröffentlichte, war nicht wirklich mehr.

Ende 2019 wollen die drei Partner demnach einen konkreten Vorschlag vorstellen. "Die Beteiligten sind sich einig, dass das Personalbemessungsinstrument künftig die Grundlage für die Verhandlung der Pflegebudgets ist", erklärte Gaß. Für die DKG ist klar: Das Instrument soll die ungeliebten Pflegepersonaluntergrenzen (PPUG) ersetzen, die seit Jahresbeginn scharf geschaltet sind. Das neue Instrument soll außerdem digital anwendbar sein, bemerkte Gaß, schließlich hadern viele Kliniken mit dem hohen Aufwand und fehlender Software für die Dokumentation der Untergrenzen.

Der Pflegerat äußerst sich nicht ganz so drastisch wie die DKG: "Die Untergrenzen drohen, in der Praxis zerrieben zu werden", resümierte Andrea Lemke. Sie seien "gut gedacht, aber nicht gut gemacht". Die Frage, ob man die Untergrenzen abschaffen müsse, ließ Lemke unbeantwortet. In jedem Fall müsse man sie stark "modifizieren". Die Krankenkassen befürworten die Untergrenzen, ebenso wie das Ministerium, das sie vergangenes Jahr per Rechtsverordnung durchgesetzt hatte.

Der Plan des Verbände-Trios lautet wie folgt: Sie wünschen sich, dass Gesundheitsminister Jens Spahn so bald wie möglich eine Regierungskommission einberuft, in der neben DPR, DKG und Verdi weitere wichtige Player eingebunden sind, um dann eine tragfähige Grundlage für ein entsprechendes Gesetz zu schaffen. Die Ausarbeitung dieses Instruments werde zum Jahresende nicht abgeschlossen sein, bemerkte Gaß. Sie dürfe aber auch keine fünf Jahre dauern, unterstrich Andrea Lemke. "Das würden die Klinikmitarbeiter nicht verstehen."

2008 hat sich der Schulterschluss zwischen DKG, Pflegeverbänden und Gewerkschaften ausgezahlt. Man darf gespannt sein, wie viel Erfolg das Trio mit dem Pflegepersonalbemessungsinstrument hat. Immerhin: Mit Staatssekretär Andreas Westerfellhaus hat der DPR einen prominenten Fürsprecher im Gesundheitsministerium.

Autor

 Jens Mau

Zur Übersicht

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Unsere Zeitschriften

f&w

Pflege und Krankenhausrecht

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich