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Krankenhauscontrolling-Studie

Schwachstellen in der Pflege

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Die 2018 eingeführten Pflegepersonaluntergrenzen (PPUG) und das neue berechnete Pflegebudget ab 2019 rücken das Pflegecontrolling in den Fokus aller Kliniken. Dass dort eine rapide Entwicklung stattfinden muss, zeigen die Ergebnisse der Krankenhauscontrolling-Studie (siehe auch ausführliche Zusammenfassung der Krankenhauscontrolling-Studie aus f&w).

Demnach haben fast 50 Prozent der Krankenhäuser unabhängig von ihrer Größe keine geeigneten Steuerungsinstrumente für die Pflege und auch kein spezialisiertes Reporting für den Einsatz von Pflegekräften. Eine zentrale Stelle, die das Controlling im pflegerischen Bereich koordiniert und verantwortet, gibt es bislang erst in 38 Prozent der Häuser. Das Pflegecontrolling ist derzeit an unterschiedlichen Stellen angesiedelt: Bei Häusern, die eine solche Stelle haben, ist die Stelle meistens in der Personalabteilung. Krankenhäuser, die gerade in der Umsetzung sind, neigen hingegen zu einer Zuordnung zum pflegerischen Bereich. Das kaufmännische Controlling spielt derzeit kaum einer Rolle bei den Überlegungen. Angesichts der hohen Bedeutung der Personaluntergrenzen für die Steuerung einer Klinik sei eine Rückkopplung mit dem kaufmännischen Controlling aber nötig, unterstreicht Björn Maier, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Vereins für Krankenhauscontrolling (DVKC) und einer der Väter dieser Studie.

 

Seminar "Best Practice Controlling"

Thema: "PPSG und PPUGV – wie steuern Controller, Personaler und Pflegedienstleiter gemeinsam?

Viele Jahre führte das Pflegecontrolling ein Nischendasein. Die Reform des DRG-Systems hat es nun ins Zentrum der Aufmerksamkeit katapultiert. Kliniken müssen planen und nachweisen, dass sie ihr Personal mit der richtigen Qualifikation zur richtigen Zeit am richtigen Ort einsetzen. Strategisch rückt die Mitarbeiterbindung und -gewinnung in den Fokus, nur so können Betten und Stationen reibungslos betrieben werden – auch eine Form des Pflegecontrollings.

Am 14. November veranstalten der Bibliomed-Verlag und der Deutsche Verein für das Krankenhaus-Controlling (DVKC) im Dortmunder Westfalenstadion zum zweiten Mal das Seminar "Best Practice Controlling". Erfahrene Klinik-Manager werden dort erklären, aus welchen Instrumenten ein sinnvolles Controlling im Krankenhaus besteht. 

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Die Studie teilt das Controlling in Kaufmännisches Controlling, Leistungscontrolling, Kodierfachkräfte und MDK-Management ein, wobei die Zahl der Kodierfachkräfte den Löwenanteil ausmacht. Auf 1.000 Mitarbeiter kommen in der Regel zwischen fünf und acht Kodierfachkräfte. Ihr Anteil könnte aufgrund des MDK-Gesetzes steigen. Die Reform des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) will der Bundestag Ende des Jahres verabschieden. Der Personalaufwand für das MDK-Controlling könnte durch das Gesetz perspektivisch sinken, schätzt Maier – vor allem, weil eine Korrektur der Krankenhausrechnungen im Nachhinein nicht mehr möglich sein soll. Derzeit kommen auf 1.000 Mitarbeiter einer Klinik zwischen ein und vier MDK-Manager (je nach Größe einer Klinik). Die Personalausstattung ähnelt den Zahlen aus dem Vorjahr. Noch nicht berücksichtigt sind die Entwicklungen, die 2019 durch die Personaluntergrenzen losgetreten wurden.

Überraschend ist für die Studienautoren, dass nur knapp die Hälfte der Krankenhäuser die Sachkosten in die Budgetplanung einfließen lässt. Sachkosten machen in den Krankenhäusern mehr als ein Drittel der Gesamtkosten aus, Sachkostencontrolling kann dementsprechend große Auswirkung haben. Weniger als 30 Prozent der Krankenhäuser nutzen laut Studie externe Benchmarks zur Evaluation der Sachkosten. Herausgehobene Bedeutung genießt allein der medizinische Bedarf aufgrund seiner großen Relevanz für die Krankenhausleistung: Der Planungs- und Kontrollprozess ist hier detaillierter als bei anderen Sachkostenarten.

Der DVKC, der Lehrstuhl für Controlling der Bergischen Universität Wuppertal sowie das Beratungsunternehmen Curacon haben die Ergebnisse der gemeinsamen Studie am 27. August vorgestellt. Verantwortlich für die Studie, die seit 2011 jährlich veröffentlicht wird, sind Prof. Dr. Nils Crasselt (Uni Wuppertal), Christian Heitmann (Curacon) und Björn Maier (DVKC). Befragt werden Kaufmännische Geschäftsführer und Controller von Krankenhäusern. Für die aktuell vorliegenden Ergebnisse der Befragung im Herbst 2018 wurden 1.900 Anschreiben versandt und es kamen 132 verwertbare Antworten.

Autor

 Jens Mau

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