250
Passwort vergessen

Bericht von DKG und GKV-Spitzenverband

Kritik am PEPP-Entgeltsystem

  • News des Tages

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben sich kritisch zur Einführung des Entgeltsystem für den Bereich der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (PEPP-Entgeltsystem) geäußert. In einem Bericht der als Unterrichtung der Bundesregierung vorgelegt wurde, haben die beiden Selbstverwaltungspartner die bisherigen Erfahrungen bei der Umstellung des Vergütungssystems für die stationäre psychiatrische und psychosomatische Versorgung analysiert. Das PEPP-System sei "nicht geeignet, um die Vielfalt und Individualität der psychiatrischen Versorgung sachgerecht abzubilden", kritisiert die DKG in dem Bericht. 

Der Gesetzgeber hatte 2009 mit dem Krankenhausfinanzierungsreformgesetz (KHRG) den Selbstverwaltungspartnern den Auftrag erteilt, ein neues Entgeltsystem für den Bereich der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik zu entwickeln. Der finanzierungsrechtliche Rahmen wird durch das Psych-Entgeltgesetz (PsychEntgG) geregelt, das zum großen Teil Anfang 2013 in Kraft getreten war. 

Besonders problematisch sieht die DKG den hohen Aufwand durch das System. Die umfangreichen Dokumentationspflichten und der Anstieg der Rechnungsprüfungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) sei "nicht mehr zu rechtfertigen". Zwar habe das Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG), das 2017 in Kraft trat, zu einer besseren Akzeptanz des Systems beigetragen, so die DKG. Damit wurde das ursprüngliche Ziel, das PEPP-System wie das DRG-System als Preissystem einzuführen, durch krankenhausindividuelle Budgets abgelöst. Dabei wird am leistungsbezogenen Entgeltsystem festgehalten und ab dem Jahr 2020 ein leistungsbezogener Krankenhausvergleich eingeführt. Die Krankenhäuser befürchteten nun jedoch, dass die Krankenkassen den Vergleich "in erster Linie als Instrument für Budgetabsenkungen einsetzen werden", so die DKG. "Daher sollten die gesetzlichen Vorschriften zum Krankenhausvergleich nochmals kritisch geprüft und angepasst werden." 

Der GKV-Spitzenverband kritisierte hingegen, dass mit dem PsychVVG das PEPP "zu einem Abschlagssystem degradiert" worden sei. "Insbesondere die geänderte Budgetfestsetzung, die nun keinen klaren Regeln mehr unterliegt, konterkariert das Ziel der Leistungsgerechtigkeit", heißt es in dem Bericht. Der GKV-Spitzenverband drängt nun unter anderem darauf, dass die Operationen und Prozedurenschlüssel (OPS) weiterentwickelt werden. Dadurch solle mehr Transparenz zur tatsächlichen Patientenversorgung geschaffen werden.   

 

Lesetipp aus der neuen f&w

Als das PEPP-System im Jahr 2013 eingeführt wurde, befürchteten viele, die Verweildauer würde sich nun zulasten schwerkranker Patienten rückläufig entwickeln. Wie eine Auswertung der Techniker Krankenkasse zeigt, war dies jedoch nicht der Fall. Doch einer Unter- oder Fehlversorgung sollte nun nicht mit dem weiteren Aufbau stationärer Kapazitäten begegnet werden. Wichtiger wäre die Vermeidung stationärer Einweisungen mithilfe multidisziplinärer Behandlungsangebote.

Fachartikel von Björn Stomberg (Techniker Krankenkasse) jetzt lesen.   

 

 

Autor

 Hendrik Bensch

Zur Übersicht

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Unsere Zeitschriften

f&w

Pflege und Krankenhausrecht

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich