250
Passwort vergessen

Neue f&w

Abwerbeprämien in der Pflege: Umstritten, aber erfolgreich

  • News des Tages

Um Fachkräfte zu gewinnen, greifen Krankenhauschefs immer tiefer in die Kasse – viele mit Erfolg. Auch wenn Abwerbeprämien in der Branche kritisch diskutiert werden, als Instrument im Personalmarketing haben sie sich etabliert. 

Der Kampf um Fachkräfte in Deutschlands Kliniken wird mit harten Bandagen geführt. Die Abwerbeprämien werden immer höher, und auch der Umgang mit diesem Instrument wird offensiver. Beispiel: die München Klinik. „Wir haben vielleicht den härtesten Klinikmarkt Deutschlands. 50 Kliniken, zwei Universitätskliniken versorgen die eineinhalb Millionen Einwohner zählende Bayern-Metropole“, sagt Dr. Axel Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der München Klinik, Deutschlands zweitgrößtem kommunalen Klinikunternehmen in der neuen Ausgabe von f&w. „Prämien haben wir schon lange gezahlt.“ 1.000 Euro, um genau zu sein.

Jetzt hat Fischer aber noch eine Schippe drauf gelegt. Bis zu 8.000 Euro zahlt er für eine neue Pflegekraft. Der Betrag teilt sich auf in 4.000 Euro für denjenigen, der den neuen Kollegen oder die neue Kollegin angeworben hat, und 4.000 Euro für die neue Pflegekraft. Die 4.000 Euro für die neu gewonnene Pflegekraft wird erst nach einem Jahr ausbezahlt. Weswegen Fischer die Prämien auch als eine Art Bonussystem versteht. Dass damit auch die Fluktuation eingedämmt wird, ist ein durchaus willkommener Nebeneffekt. Mit insgesamt 8.000 Euro für die Anwerbung einer Pflegekraft ist die München Klinik nun mit Helios gleichgezogen, die als erste bundesweit für Aufregung mit einer Prämie in dieser Höhe sorgten. „Die Konkurrenz hat angerufen und gefragt, ob ich spinne“, erzählt Fischer. Tut er nicht. Knapp 100 Pflegekräfte konnte Fischer so bis jetzt gewinnen.

Auch andere Kliniken sind mit dem Erfolg des Prämienmodells zufrieden, wie die neue Titelstrecke von f&w zeigt. Abwerbeprämien in der Pflege, da sind sich aber alle einig, funktionieren nur in Ballungsräumen, wo die Konkurrenz besonders groß ist und die Arbeitswege für die Pflegekräfte nicht zu aufwendig sind. Wo bezahlbarer Wohnraum knapp ist, setzen immer mehr Kliniken neuerdings auf Wohnungen für ihre Mitarbeiter.

Aber es gibt auch Klinikunternehmen, die noch ohne Prämien auskommen wollen und allein auf Arbeitgeberattraktivität setzen wollen - so zum Beispiel die Waldkliniken Eisenberg, denen es dank einer viermonatigen Recruiting-Aktion gelungen ist, Dutzende neuer Pflegekräfte einzustellen.

Zur Übersicht

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Unsere Zeitschriften

f&w

Pflege und Krankenhausrecht

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich