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Patient Blood Management

Rund eine Million Blutkonserven vermeidbar

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In Krankenhäusern in Deutschland ließe sich die Zahl der Blutkonserven laut einer Studie deutlich reduzieren. Kliniken könnten hierzulande eine Million Konserven pro Jahr weniger verbrauchen, hat eine Untersuchung des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen für den Barmer-Krankenhausreport 2019 ergeben, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Voraussetzung sei, dass Krankenhäuser ein „Patient Blood Management“ (PBM) einsetzten. Dabei handelt es sich um ein Behandlungskonzept, bei dem Ärzte die körpereigenen Blutreserven der Patienten vor planbaren Operationen stärken. Im Jahr 2017 erhielten Patienten in Deutschland mehr als 3,2 Millionen Blutkonserven.

Helfen könne das PBM vor allem den Menschen mit Blutarmut (Anämie) in Deutschland, die einen planbaren operativen Eingriff vor sich haben, so die Barmer. Das PBM fußt im Wesentlichen auf drei Säulen. Neben der Behandlung von Anämie-Patienten vor einem planbaren Eingriff wird der Blutverlust während eines Klinikaufenthaltes reduziert. Dazu wird dem Patienten zum Beispiel bei der Diagnostik so wenig Blut wie möglich abgenommen. Transfusionen kommen erst bei dringendem Bedarf zum Einsatz. "Andere Staaten wie etwa die Niederlande sind viel weiter bei der Umsetzung des Patient Blood Managements", so Boris Augurzky, Autor des Krankenhausreports und Leiter des RWI-Bereiches Gesundheit. "Hierzulande nutzen bisher aber nur wenige Kliniken aktiv das PBM“, so Augurzky. Rund 40 Krankenhäuser seien offiziell Mitglied im „Deutschen PBM-Netzwerk“. Gute Beispiele für ein PBM gibt es zum Beispiel in der Herzchirurgie.

Bei der Untersuchung für die Barmer wurden Patienten mit und ohne Anämie in acht Behandlungen über mehrere Jahre hinweg verglichen. Es zeigte sich: Anämie-Patienten bekamen häufiger Bluttransfusionen verabreicht als Personen ohne Blutarmut. So erhielten beispielsweise rund zwei Drittel der Anämie-Betroffenen bei einer Herzkranzgefäß-Operation eine Bluttransfusion; bei den Patienten ohne Anämie waren es nur rund die Hälfte. „Planbare Operationen sollten möglichst nur noch nach einer Behandlung der Blutarmut erfolgen", so das Fazit des Barmer-Vorstandsvorsitzenden Christoph Straub. "Denn unbehandelt weisen die Betroffenen nicht nur schlechtere Behandlungsergebnisse auf, auch die Sterblichkeitsrate ist bei bestimmten Eingriffen höher." So liege die Sterblichkeitsrate bei Anämie-Patienten mit einer Herzkranzgefäß-Operation unmittelbar nach dem Eingriff bei rund vier Prozent. Die entsprechende Rate ohne Anämie betrage zwei Prozent.

Laut dem Krankenhausreport gibt es zudem regionale Unterschiede bei den Transfusionsraten. So erhielten in Bayern 6,1 Prozent der Patienten bei einer Operation Bluttransfusionen. In anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern waren es knapp acht Prozent. Insgesamt zeigt sich aber ein positiver Trend: Seit dem Jahr 2009 ist in allen Bundesländern die Zahl der Bluttransfusionen zurückgegangen.

Autor

 Hendrik Bensch

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